Am Samstag haben wir Abschied von Vietnam genommen. Am Samstag haben wir den langen Rückweg von Nghia Lo mit dem Bus direkt nach Hanoi zum Flughafen unternommen. Die Begegnungen mit den Kindern und Familien in Hiep Duc und Tram Tau und die vielen Eindrücke aus Vietnam und den Projekten haben die Gespräche unterwegs geprägt.
Über Doha ging es dann wieder Richtung Österreich. Heute Früh sind wir gut und gesund in Wien angekommen.
Hier ein paar Zitate von mitreisenden Paten und Patinnen:
"Ich bin beeindruckt von der nachhaltigen Arbeit von World Vision. Besonders gefällt mir, dass World Vision gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort Kompetenzen aufbaut. So ist die Unterstützung eine Art Starthilfe mit dem Ziel, dass die Entwicklung ab einer gewissen Stufe auch ohne World Vision weitergeht."
"Es ist schön zu sehen, dass in Hiep Duc viele Erfolge erreicht wurden. Das gibt Hoffnung für solche Ergebnisse im noch sehr jungen Projekt Tram Tau."
"Die Arbeit von World Vision ist super. Ich werde versuchen, Freunde zu überzeugen, auch eine Patenschaft zu übernehmen."
Es hat viel Spaß gemacht, diese großartige Gruppe von Patinnen und Paten zu begleiten und mit ihnen die Projektarbeit vor Ort zu sehen. Besonders begeistert mich die Motivation, mit der wir zurückkehren und schon erste Pläne geschmiedet haben, wie die Arbeit weiter unterstützt werden kann und noch mehr Menschen darüber erfahren können.
Monika Nnamdi
Sonntag, 13. April 2014
Samstag, 12. April 2014
11. Tag: Zweiter Tag in Tram Tau und Motorradausflug
Heute fuhren wir morgens in die Schule von Tram Tau. Schon bei der offiziellen Begrüßung erkannte ich unser Patenkind A Lau, der in derselben Reihe wie wir saß. Er erkannte uns auch, sah jedoch anfänglich beharrlich in die Gegenrichtung. Aber nach der offiziellen Vorstellung saßen wir gemeinsam mit seinen Eltern und unserer Dolmetscherin zusammen. Wir tauschten unsere Geschenke aus. Von A Lau erhielten wir zwei selbstgemachte Flöten aus Bambus und Täschchen, die seine Mutter selbst genäht hatte. Wir stellten viele Fragen, ein Gespräch auf Englisch war leider nicht möglich. Auch A Laus Vater fragte uns einiges und lachte oft. Von unseren mitgebrachten Geschenken kamen der Fußball, das T-Shirt, die Kappe und eine Weltkarte besonders gut an. Anschließend besuchten wir das Klassenzimmer von A Lau, wo er uns seinen Sitzplatz zeigte.
Bei einer Tanzvorführung der Schüler machten wir alle mit. Beim Mittagessen legte uns seine Mutter das Essen auf die Teller. Die Fleischbällchen blieben übrig, besonders gut schmeckte ihnen der Reis, welchen sie in geriebenen Nüsse rollten. Danach verabschiedeten wir uns. A Lau blieb schüchtern vom Anfang bis zum Schluss.
Susanne Nabicht
Nach den üblichen Begrüßungsreden wurden unsere Patenkinder, die schon im Publikum saßen, nach vorne gerufen. Drei Mädchen waren dabei. Ich schätzte die Jüngste auf 4 bis 5 Jahre. Mein Patenkind konnte das doch nicht sein, die war doch schon sieben Jahre alt. Aber sie war es doch. Lan war ganz schüchtern und wollte mir nicht die Hand geben, sondern gleich ihre Geschenke an mich überreichen. Doch ihre Mutter hielt sie davon ab. Beide trugen H'Mong-Tracht. Auch die beiden anderen Mädchen sahen in ihrer Tracht entzückend aus.
Gemeinsam mit den Kindern saßen wir in einem eigenen Raum, wo wir uns mit Hilfe eines Dolmetschers unterhielten. Lan war immer noch schüchtern und brachte kein Wort heraus. Ein Teddybär aus meinem Rucksack brach dann doch das Eis. Sie sagte zwar noch immer nichts, schenkte mir aber schon ein ganz süßes Lächeln. Nachdem die Mutter auch kein Vietnamesisch sprach, fand die spärliche Unterhaltung mit dem Vater statt. Die Familie überreichte mir eine wunderschön bestickte Tasche, die die Mutter selbst angefertigt hatte. Gemeinsam sahen wir eine Tanzvorführung der Schulkinder und nahmen an einem Rundgang über das Schulgelände teil. Wir besuchten auch hier einen Kindergarten. Immerhin nahm mich mein Patenkind schon an der Hand und führte mich. Außerdem war sie ganz fasziniert, wie ich mir den Schweiß von der Stirn wischte, der mir in Strömen über das Gesicht lief. Sie selbst wirkte frisch wie ein Gänseblümchen.
Bei unserem gemeinsamen Mittagessen schmeckten ihnen die Gurken und die Wassermelonen besonders gut. Der Vater aß von den Fleischspießchen, da das die Familie nicht sehr häufig hat. Danach kam der Abschied. Lan hatte zwar noch immer kein Wort mit mir gesprochen, aber ich hatte trotzdem den Eindruck, dass wir uns ganz gut verstanden. Auf alle Fälle würde ich in ein paar Jahren sehr gerne wiederkommen, um die Entwicklungen im Projekt zu sehen und herauszufinden, was aus meinem Patenkind geworden ist.
Ingrid Schwaller
Für jene von uns, „die nichts mehr zu verlieren hatten“, - also nicht für alle - ging es nach einer erholsamen Mittagspause zuerst 1 Kilometer zu Fuß und dann per Motorrad in die Berge zu den Häusern der Volksgruppe der H`Mong. Allen wurde ein Fahrer zur Verfügung gestellt – ganz wenige durften auch mit einer Fahrerin vorlieb nehmen. Etwa 15 Minuten lang ging es über steinübersäte Wege und enge Betonpfade in schwindelerregende Höhen - vorbei an Wasserbüffeln und vietnamesischen Hausschweinen. Immer wieder hatten wir einen herrlichen Ausblick auf das Tal.
Oben konnten wir eine gerade stattfindende Ernährungsberatung beobachten. Wir sahen auch, dass die Schweine frei herumlaufen - also echt „bio“ sind. Die Wohnhäuser der H´Mong durften wir von innen bestaunen: Sie bestehen aus einem größeren rechteckigen Holzbau, der innen einen festgestampften Lehmboden hat. An den Ecken sind die Schlafräume mit Holz abgetrennt. Kein Fenster, kein Rauchfang. In der Küche wird am offenen Feuer gekocht. Die landwirtschaftlichen Geräte, das Saatgut und ein Fernseher nehmen den übrigen Platz ein.
Zuletzt besuchten wir noch eine Schule, bei der gerade die Toiletten als Nebengebäude errichtet werden, und das örtliche Versammlungsgebäude, wo wir Männer, Frauen in Tracht und spielende Kinder antrafen. Dann wagten wir uns mit unseren Motorradfahrer(innen) an die Abfahrt. Als der Bus in Sichtweite kam, löste sich die Anspannung, und ein Lächeln beendete sowohl bei uns Fahrgästen als auch bei den Fahrern den nicht alltäglichen Trip.
Erich Kiesenhofer
Bei einer Tanzvorführung der Schüler machten wir alle mit. Beim Mittagessen legte uns seine Mutter das Essen auf die Teller. Die Fleischbällchen blieben übrig, besonders gut schmeckte ihnen der Reis, welchen sie in geriebenen Nüsse rollten. Danach verabschiedeten wir uns. A Lau blieb schüchtern vom Anfang bis zum Schluss.
Susanne Nabicht
Nach den üblichen Begrüßungsreden wurden unsere Patenkinder, die schon im Publikum saßen, nach vorne gerufen. Drei Mädchen waren dabei. Ich schätzte die Jüngste auf 4 bis 5 Jahre. Mein Patenkind konnte das doch nicht sein, die war doch schon sieben Jahre alt. Aber sie war es doch. Lan war ganz schüchtern und wollte mir nicht die Hand geben, sondern gleich ihre Geschenke an mich überreichen. Doch ihre Mutter hielt sie davon ab. Beide trugen H'Mong-Tracht. Auch die beiden anderen Mädchen sahen in ihrer Tracht entzückend aus.
Gemeinsam mit den Kindern saßen wir in einem eigenen Raum, wo wir uns mit Hilfe eines Dolmetschers unterhielten. Lan war immer noch schüchtern und brachte kein Wort heraus. Ein Teddybär aus meinem Rucksack brach dann doch das Eis. Sie sagte zwar noch immer nichts, schenkte mir aber schon ein ganz süßes Lächeln. Nachdem die Mutter auch kein Vietnamesisch sprach, fand die spärliche Unterhaltung mit dem Vater statt. Die Familie überreichte mir eine wunderschön bestickte Tasche, die die Mutter selbst angefertigt hatte. Gemeinsam sahen wir eine Tanzvorführung der Schulkinder und nahmen an einem Rundgang über das Schulgelände teil. Wir besuchten auch hier einen Kindergarten. Immerhin nahm mich mein Patenkind schon an der Hand und führte mich. Außerdem war sie ganz fasziniert, wie ich mir den Schweiß von der Stirn wischte, der mir in Strömen über das Gesicht lief. Sie selbst wirkte frisch wie ein Gänseblümchen.
Bei unserem gemeinsamen Mittagessen schmeckten ihnen die Gurken und die Wassermelonen besonders gut. Der Vater aß von den Fleischspießchen, da das die Familie nicht sehr häufig hat. Danach kam der Abschied. Lan hatte zwar noch immer kein Wort mit mir gesprochen, aber ich hatte trotzdem den Eindruck, dass wir uns ganz gut verstanden. Auf alle Fälle würde ich in ein paar Jahren sehr gerne wiederkommen, um die Entwicklungen im Projekt zu sehen und herauszufinden, was aus meinem Patenkind geworden ist.
Ingrid Schwaller
Für jene von uns, „die nichts mehr zu verlieren hatten“, - also nicht für alle - ging es nach einer erholsamen Mittagspause zuerst 1 Kilometer zu Fuß und dann per Motorrad in die Berge zu den Häusern der Volksgruppe der H`Mong. Allen wurde ein Fahrer zur Verfügung gestellt – ganz wenige durften auch mit einer Fahrerin vorlieb nehmen. Etwa 15 Minuten lang ging es über steinübersäte Wege und enge Betonpfade in schwindelerregende Höhen - vorbei an Wasserbüffeln und vietnamesischen Hausschweinen. Immer wieder hatten wir einen herrlichen Ausblick auf das Tal.Oben konnten wir eine gerade stattfindende Ernährungsberatung beobachten. Wir sahen auch, dass die Schweine frei herumlaufen - also echt „bio“ sind. Die Wohnhäuser der H´Mong durften wir von innen bestaunen: Sie bestehen aus einem größeren rechteckigen Holzbau, der innen einen festgestampften Lehmboden hat. An den Ecken sind die Schlafräume mit Holz abgetrennt. Kein Fenster, kein Rauchfang. In der Küche wird am offenen Feuer gekocht. Die landwirtschaftlichen Geräte, das Saatgut und ein Fernseher nehmen den übrigen Platz ein.
Zuletzt besuchten wir noch eine Schule, bei der gerade die Toiletten als Nebengebäude errichtet werden, und das örtliche Versammlungsgebäude, wo wir Männer, Frauen in Tracht und spielende Kinder antrafen. Dann wagten wir uns mit unseren Motorradfahrer(innen) an die Abfahrt. Als der Bus in Sichtweite kam, löste sich die Anspannung, und ein Lächeln beendete sowohl bei uns Fahrgästen als auch bei den Fahrern den nicht alltäglichen Trip.
Erich Kiesenhofer
Freitag, 11. April 2014
10. Tag: Wir treffen die Patenkinder in Tram Tau
Heute ging es zeitig in der Früh los. In zwei Kleinbussen machten wir uns auf den Weg in die Region Tram Tau, wo World Vision seit 2008 ein langfristiges Entwicklungsprojekt durchführt. Wir fuhren auf einer kurvigen und zum Teil holprigen Straße durch eine grüne Landschaft. Langsam wurden die Berge immer höher. Wir kamen durch einige Dörfer der ethnischen Minderheiten der Thai und H'Mong. Diese Volksgruppen erkennt man an ihren unterschiedlichen Trachten: Die Thai-Frauen tragen schwarze, knöchellange Röcke und die H'Mong bunte, kurze Röcke.
Unser erstes Ziel war eine Schule. Um dorthin zu gelangen, mussten wir ein Stück zu Fuß gehen. Die Schüler erwarteten uns schon und tanzten für uns mit viel Eifer zu "Macarena". Es folgten typische Folkloretänze und eine Gesangsdarbietung. Es war einfach toll! Anschließend besuchten wir einen Kindergarten. Die Kleinen waren gerade beim Mittagessen und hielten danach ihren Mittagsschlaf.
Im Gemeindezentrum erfuhren wir mehr über Tram Tau. Die Region gehört zu den ärmsten in Vietnam. 60 Prozent der Bewohner leben unter der Armutsgrenze, 80 Prozent haben keine sanitären Einrichtungen, viele Kinder sind unterernährt. Durch die Arbeit von World Vision hat sich schon einiges verbessert, aber es gilt, noch viele Herausforderungen zu bewältigen. In einem typischen Lokal bekamen wir, auf dem Boden sitzend, unser Mittagessen. Wir wurden liebevoll betreut und es war sehr gemütlich.
Langsam näherten wir uns dem Dorf Hat Luu, wo uns der Höhepunkt des Tages erwartete. Der ganze Ort war unterwegs, um mit uns gemeinsam zu feiern. Die Frauen trugen ihre Festtagsgewänder. Rund 700 Personen fanden sich im örtlichen Kulturhaus ein, unzählige wollten uns die Hand geben. Sie strahlten soviel Wärme und Freude aus. Nach einigen Ansprachen war es dann soweit: Endlich lernten wir unsere Patenkinder kennen.
Dietmar Umdasch:
Ein Spalier von Kindern heißt uns willkommen. Eines der Mädchen kam mir bekannt vor. Tatsächlich - es ist Chin mein Patenkind, das ich bisher nur von Fotos kannte. Sie trägt die traditionelle Tracht. Chin ist nicht das kleine, schüchterne und verschreckte Mädchen, das ich erwartet habe, sondern ein selbstbewusstes, junges Mädchen. Chin erzählt mir von ihrer Familie, ihrer Schule (sie mag am liebsten Mathematik) und dass sie gerne Federball spielt.
Chin will auch von mir etwas über meine Familie und meine Hobbys hören. Mittlerweile hat sich auch ihr Vater zu uns gesellt und begrüßt mich herzlich. Er bedankt sich für die Unterstützung, und Chin lächelt. Was ist schöner als das Lächeln eines glücklichen Kindes! Wir tauschen unsere Geschenke aus. Ich bekomme einen wunderschönen Schal, den ihre Mutter gestickt hat. Bei meinen Geschenken strahlt Chin, besonders angetan hat es ihr der kleine Teddybär, den sie immer wieder aus dem Rucksack herausnimmt und trägt. Als wir durch das Dorf gehen, um uns die Projektarbeit anzusehen, nimmt der Vater Chin bei der Hand. Ich glaube, dass er ein guter und liebevoller Vater ist. Die Zeit vergeht wie im Flug, und es kommt der Moment des Abschieds. Liebe Chin, du hast mir einen wunderschönen Tag geschenkt. Auch wenn wir uns nicht mehr sehen sollten, ich werde dich nicht vergessen.
Brigitte Nagele:
Ich bin Patin eines 8-jährigen, sehr zarten Mädchens. Van ist sehr schüchtern, ihre Mutter dafür sehr offen. Ich habe Van eine Puppe und einen Pandabären mitgebracht. Sehr scheu zeigte sie mir ihre Freude darüber, aber die vielen jungen Mütter, die um uns herumstanden, waren begeistert. Jede wollte die Puppe in die Hand nehmen und den Bären drücken. Ich fand das sehr amüsant. Ich habe mich mit Van und ihrer Mutter unterhalten. Leider mussten sie sich dann verabschieden, weil sie einen weiten Heimweg hatten.
Auf die Treffen der Paten mit ihren Patenkindern folgten Spiele, an denen wir Paten uns alle fleißig beteiligten. Das war bei der Hitze keine Kleinigkeit. Wir hüpften zwischen Bambusstangen, maßen unsere Kräfte und hatten Spaß beim Schnurspringen. Am Ende waren wir erschöpft, aber begeistert. Wir stärkten uns bei einem köstlichen Abendessen, das die Thai liebevoll für uns zubereitet hatten.
Nach dem Essen gab es eine Tanzvorführung von jungen Frauen, und wir konnten mittanzen. Zuwunderbarer vietnamesischer Musik bewegten wir uns alle Hand in Hand um ein riesiges Lagerfeuer. Jeder von uns wurde von der Begeisterung mitgerissen.
So einen herrlichen Abschied haben wir wahrscheinlich alle noch nie erlebt. Wir wurden umarmt und haben unzählige Hände geschüttelt. Immer wieder wurden wir gefragt, ob wir eines Tages wiederkommen werden. Nach gut einer Stunde Heimfahrt kamen wir müde, aber glücklich im Hotel an. Ein wunderbarer, emotionaler und aufregender Tag war zu Ende.
Brigitte Nagele
Dietmar Umdasch
Unser erstes Ziel war eine Schule. Um dorthin zu gelangen, mussten wir ein Stück zu Fuß gehen. Die Schüler erwarteten uns schon und tanzten für uns mit viel Eifer zu "Macarena". Es folgten typische Folkloretänze und eine Gesangsdarbietung. Es war einfach toll! Anschließend besuchten wir einen Kindergarten. Die Kleinen waren gerade beim Mittagessen und hielten danach ihren Mittagsschlaf.
Im Gemeindezentrum erfuhren wir mehr über Tram Tau. Die Region gehört zu den ärmsten in Vietnam. 60 Prozent der Bewohner leben unter der Armutsgrenze, 80 Prozent haben keine sanitären Einrichtungen, viele Kinder sind unterernährt. Durch die Arbeit von World Vision hat sich schon einiges verbessert, aber es gilt, noch viele Herausforderungen zu bewältigen. In einem typischen Lokal bekamen wir, auf dem Boden sitzend, unser Mittagessen. Wir wurden liebevoll betreut und es war sehr gemütlich.
Langsam näherten wir uns dem Dorf Hat Luu, wo uns der Höhepunkt des Tages erwartete. Der ganze Ort war unterwegs, um mit uns gemeinsam zu feiern. Die Frauen trugen ihre Festtagsgewänder. Rund 700 Personen fanden sich im örtlichen Kulturhaus ein, unzählige wollten uns die Hand geben. Sie strahlten soviel Wärme und Freude aus. Nach einigen Ansprachen war es dann soweit: Endlich lernten wir unsere Patenkinder kennen.Dietmar Umdasch:
Ein Spalier von Kindern heißt uns willkommen. Eines der Mädchen kam mir bekannt vor. Tatsächlich - es ist Chin mein Patenkind, das ich bisher nur von Fotos kannte. Sie trägt die traditionelle Tracht. Chin ist nicht das kleine, schüchterne und verschreckte Mädchen, das ich erwartet habe, sondern ein selbstbewusstes, junges Mädchen. Chin erzählt mir von ihrer Familie, ihrer Schule (sie mag am liebsten Mathematik) und dass sie gerne Federball spielt.
Chin will auch von mir etwas über meine Familie und meine Hobbys hören. Mittlerweile hat sich auch ihr Vater zu uns gesellt und begrüßt mich herzlich. Er bedankt sich für die Unterstützung, und Chin lächelt. Was ist schöner als das Lächeln eines glücklichen Kindes! Wir tauschen unsere Geschenke aus. Ich bekomme einen wunderschönen Schal, den ihre Mutter gestickt hat. Bei meinen Geschenken strahlt Chin, besonders angetan hat es ihr der kleine Teddybär, den sie immer wieder aus dem Rucksack herausnimmt und trägt. Als wir durch das Dorf gehen, um uns die Projektarbeit anzusehen, nimmt der Vater Chin bei der Hand. Ich glaube, dass er ein guter und liebevoller Vater ist. Die Zeit vergeht wie im Flug, und es kommt der Moment des Abschieds. Liebe Chin, du hast mir einen wunderschönen Tag geschenkt. Auch wenn wir uns nicht mehr sehen sollten, ich werde dich nicht vergessen.
Brigitte Nagele:
Ich bin Patin eines 8-jährigen, sehr zarten Mädchens. Van ist sehr schüchtern, ihre Mutter dafür sehr offen. Ich habe Van eine Puppe und einen Pandabären mitgebracht. Sehr scheu zeigte sie mir ihre Freude darüber, aber die vielen jungen Mütter, die um uns herumstanden, waren begeistert. Jede wollte die Puppe in die Hand nehmen und den Bären drücken. Ich fand das sehr amüsant. Ich habe mich mit Van und ihrer Mutter unterhalten. Leider mussten sie sich dann verabschieden, weil sie einen weiten Heimweg hatten.
Auf die Treffen der Paten mit ihren Patenkindern folgten Spiele, an denen wir Paten uns alle fleißig beteiligten. Das war bei der Hitze keine Kleinigkeit. Wir hüpften zwischen Bambusstangen, maßen unsere Kräfte und hatten Spaß beim Schnurspringen. Am Ende waren wir erschöpft, aber begeistert. Wir stärkten uns bei einem köstlichen Abendessen, das die Thai liebevoll für uns zubereitet hatten.Nach dem Essen gab es eine Tanzvorführung von jungen Frauen, und wir konnten mittanzen. Zuwunderbarer vietnamesischer Musik bewegten wir uns alle Hand in Hand um ein riesiges Lagerfeuer. Jeder von uns wurde von der Begeisterung mitgerissen.
Brigitte Nagele
Dietmar Umdasch
Donnerstag, 10. April 2014
9. Tag: Das Abenteuer beginnt
Heute gibt es keinen Weckruf!
Wir genießen unser Hotel in Hanoi, besonders das Bad und das reichhaltige Frühstück. Um 10.00 Uhr geht die Reise weiter in den Norden Vietnams. In der Stadt Hanoi sind die Menschen schon sehr fleißig, es gibt auch hier jede Menge Mopeds, Autos und vor allem viel Gehupe - damit alle anderen ausweichen. Wir verlassen den touristischen Teil Vietnams. Das Abenteuer beginnt.
Die Gegend ist sehr fruchtbar. Wir fahren an Reis- und Gemüsefeldern vorbei: Tomaten, feine, zarte
Gemüsesorten, Gurken und Melonen. Tapiokapflanzen werden zum Teil auf Erdhügeln angebaut. Bambus und Bananen säumen die Straßen, ebenso Mango- und Litschibäume. Vereinzelt sehen wir Rambutanbäume. Die Landschaft wird zunehmend hügeliger. Teeplantagen ziehen sich über die Hügel. Fleißige Menschen arbeiten im steilen Gelände.
Unser Mittagessen kaufen wir in einem kleinen Geschäft an der Straße: Kekse, Getränke, Ananas, Bambus, frischen Grüntee und einiges mehr. Nach 7 Stunden Busreise kommen wir nach Nghia Lo.
Das schöne Hotel ist für uns eine große Überraschung. Es gibt saubere Zimmer mit Bad. Das haben wir so nicht erwartet. Endlich können wir unsere schweren Koffer ausräumen. Die Geschenke für die Kinder im Projekt stehen bereit.Wir treffen die örtlichen Betreuer von World Vision zu einem gemeinsamen Abendessen. Hier erfahren wir das Programm für die kommenden zwei Besuchstage. Wir sind alle schon sehr gespannt und auch aufgeregt, was uns alles erwarten wird.
Stefanie Lindner und Marieluise Reinhart
Wir genießen unser Hotel in Hanoi, besonders das Bad und das reichhaltige Frühstück. Um 10.00 Uhr geht die Reise weiter in den Norden Vietnams. In der Stadt Hanoi sind die Menschen schon sehr fleißig, es gibt auch hier jede Menge Mopeds, Autos und vor allem viel Gehupe - damit alle anderen ausweichen. Wir verlassen den touristischen Teil Vietnams. Das Abenteuer beginnt.
Die Gegend ist sehr fruchtbar. Wir fahren an Reis- und Gemüsefeldern vorbei: Tomaten, feine, zarte
Gemüsesorten, Gurken und Melonen. Tapiokapflanzen werden zum Teil auf Erdhügeln angebaut. Bambus und Bananen säumen die Straßen, ebenso Mango- und Litschibäume. Vereinzelt sehen wir Rambutanbäume. Die Landschaft wird zunehmend hügeliger. Teeplantagen ziehen sich über die Hügel. Fleißige Menschen arbeiten im steilen Gelände.
Unser Mittagessen kaufen wir in einem kleinen Geschäft an der Straße: Kekse, Getränke, Ananas, Bambus, frischen Grüntee und einiges mehr. Nach 7 Stunden Busreise kommen wir nach Nghia Lo.
Mittwoch, 9. April 2014
8. Tag: Wasserpuppentheater in Hanoi
Mit einem Blick vom 12. Stock unseres Hotelzimmers verabschiede ich mich von der einzigartigen Bucht von Ha Long. Weiter geht es mit dem Bus nach Hanoi, das rund 170 km entfernt liegt. Die vierstündige Fahrt ist durch unseren humorvollen Reiseleiter mit reizendem Akzent kurzweilig. Das Thema Durchschnittszahlen stellt unser Reiseleiter so dar: Zwei Personen sitzen am Tisch und vor ihnen liegt ein Huhn. Der eine isst das Huhn und der andere sieht ihm dabei zu - hat dann jeder durchschnittlich 1/2 Huhn gegessen?
Unterwegs besuchen wir eine Keramikfabrik - eine gute Gelegenheit, den jungen Vietnamesinnen beim Bemalen der Teekannen und Teller über die Schulter zu sehen. Hanoi wirkt auf mich genauso lebendig wie Saigon. Hanoi in Nordvietnam ist die Hauptstadt des gesamten Landes und hat über 6 Millionen Einwohner. Saigon, wo unsere Reise begonnen hat, ist noch größer und hat sogar über 8 Millionen Einwohner.
Unsere Stadtbesichtigung beginnt beim konfuzianischen Literaturtempel. Diese Anlage war nie ein Tempel im religiösen Sinn, sondern diente seit 1070 als kaiserliche Akademie Vietnams, an der die Söhne der Mandarine und begabte Kinder der Aristokratie unterrichtet wurden. Danach schlängeln wir uns durch die Gassen des riesigen Marktes.
Erstaunlich, das wir in diesem unbeschreiblichen Getümmel wieder mit allen 24 Personen beim Wasserpuppentheater ankommen. Das Wasserpuppentheater gibt es nur in Vietnam. Dabei dient ein Wasserbecken als Bühne. Die Puppen sind bis zu 1 Meter groß und werden mit bis zu 4 Meter langen Stangen bewegt. Die Stangen befinden sich unter der Wasseroberfläche, die Puppen darüber. Eine Stunde lang auf einem bequemen Sessel den Puppen zuzusehen, ist herrlich, und die traditionelle Musik geht wirklich ins Ohr.
Ottilie Steiner
Unsere Stadtbesichtigung beginnt beim konfuzianischen Literaturtempel. Diese Anlage war nie ein Tempel im religiösen Sinn, sondern diente seit 1070 als kaiserliche Akademie Vietnams, an der die Söhne der Mandarine und begabte Kinder der Aristokratie unterrichtet wurden. Danach schlängeln wir uns durch die Gassen des riesigen Marktes.
Erstaunlich, das wir in diesem unbeschreiblichen Getümmel wieder mit allen 24 Personen beim Wasserpuppentheater ankommen. Das Wasserpuppentheater gibt es nur in Vietnam. Dabei dient ein Wasserbecken als Bühne. Die Puppen sind bis zu 1 Meter groß und werden mit bis zu 4 Meter langen Stangen bewegt. Die Stangen befinden sich unter der Wasseroberfläche, die Puppen darüber. Eine Stunde lang auf einem bequemen Sessel den Puppen zuzusehen, ist herrlich, und die traditionelle Musik geht wirklich ins Ohr.
Ottilie Steiner
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