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Montag, 27. April 2015

Rückreise nach Österreich

Auf dem Markt von Manzini konnten wir noch unsere letzten Souvenirs kaufen. Dann nahmen wir Abschied von Swasiland. Mit einem kleinen Düsenjet, der zur Hälfte von unserer Gruppe belegt war, flogen wir nach Johannesburg. Blitze und Turbulenzen machten den 40-minütigen Flug zu einem kleinen Abenteuer.

Alles hatte bis jetzt geklappt. Doch in München kamen wir verspätet an, und einige von uns versäumten deshalb den Anschlussflug nach Wien. So hatten wir Zeit, um uns von Arno, Elisabeth, Susanne, Franz und  Greti zu verabschieden, die  von München aus ihre Heimreise antraten.


Zu Mittag war es dann soweit: Alle Paten waren müde, aber gesund und um viele neue Eindrücke aus Südafrika und Swasiland reicher zu Hause angekommen.

Donnerstag, 23. April 2015

Besuch in einer Kindertagesstätte

Der Tag mit dem Besuch einer Kindertagesstätte im Projekt Lubulini war voller emotionaler Eindrücke. Er begann mit der Besorgung von Reis, Maismehl, Äpfeln und natürlich Süßigkeiten. Damit wollten wir die Mädchen und Buben in der Kindertagesstätte überraschen.

In einer Kindertagesstätte in Swasiland
Die Kinder genossen ihre Mahlzeit und freuten sich über die Luftballone. Und die Betreuerinnen freuten sich über die mitgebrachten Lebensmittel. Der Besuch in der Kindertagesstätte hat mir gezeigt, wie wichtig die Arbeit von World Vision in Swasiland ist. Auch die Gemeindevorsteher waren vor Ort und haben uns mit ihren Ideen und Perspektiven beeindruckt.

Landwirtschaftliches Projekt von World Vision in Swasiland
Vorher hatten wir ein landwirtschaftliches Projekt besucht. Es war eindrucksvoll zu sehen, wie 10 Hektar Land nur mit der Hand kultiviert werden. Die Gemeinde baut dort Mangos, zwei Sorten Süßkartoffeln, Kürbisse, Mangold, Mais und Bohnen an. Mit den Erträgen werden 70 bis 100 Haushalte mit frischem Gemüse versorgt.

Tanzvorführung in Grundschule in Swasiland
In der Grundschule wurden wir bereits freudig erwartet. Obwohl sie eigentlich Semesterferien hatten, haben uns die Kinder mit strahlenden Augen empfangen. Sie haben uns mit Tanz und Gesang begrüßt, und wir haben uns mit Buntstiften und anderen Geschenken aus Österreich bedankt.

Wir haben aber auch gesehen, dass es noch Herausforderungen in Lubulini gibt. Wasser ist ein kostbares Gut, denn das Sinken des Grundwasserspiegels führt zur Austrocknung der Brunnen. Jetzt muss mit Pumpen, Leitungen und großen Investitionen das Wasser vom Fluss in diese entlegene Region  gebracht werden. 

Elisabeth

Mittwoch, 22. April 2015

Unsere Paten haben ihre Patenkinder getroffen!

Es waren Augenblicke, auf die sich die Patinnen und Paten aus Österreich schon lange gefreut hatten: Gestern, am 21. April 2015, haben sie in unserem Projekt Lubulini in Swasiland ihre Patenkinder getroffen! Das Zusammentreffen bildete den Höhepunkt der Patenreise ins südliche Afrika.


Es waren herzliche, lachende Begegnungen zwischen den Patenkindern und uns Paten!

Franz  & Greti Raschhofer





Es hat zwar länger gedauert, den schüchternen jungen Mann Linda aus seinem „Schneckenhaus“ zu locken. Aber beim Fußballspiel wurde er schon lockerer. Und das Interesse an meinem Handy ermöglichte sogar eine Verständigung zwischen uns beiden. Kann ich da künftig noch über das Handy schimpfen?

Michael Bendl



Sehnsüchtig fuhr ich nach Lubulini. Wie rührend der Augenblick der Begegnung mit Mamba. Stillschweigend drückte ich sie an mein Herz und hielt sie fest. Umgeben von aufgeregten Paten und leuchtenden Augen. Es waren unvergessliche Stunden.

Hilde Steiner



Was für eine große Freude, das Projekt Lubulini zu unterstützen. Und was für ein noch größeres Glück, dass man dabei auch die Kinder besuchen und in ihre strahlenden Augen sehen kann.

Karl-Heinz & Brigitte



Swasiland ist leider sehr arm. Von den World Vision-Projekten bin ich wirklich beeindruckt. Das Zusammentreffen mit dem  Patenkind war sehr berührend und emotional. Ich bin froh, ein bisschen helfen zu können.

Margit König



Der Dienstag war für mich ein sehr schöner Tag. Ich lernte mein Patenkind Cedusirone kennen - einen schüchternen, hübschen Burschen. Auch seine Mutter habe ich getroffen. Ich war überrascht, dass mein Patenkind eine kleine, süße Schwester hat.

Ingeborg Sturm



Ich sah dem Treffen mit den Patenkindern etwas skeptisch entgegen. Doch als ich die beiden Kinder Nomvuyo und Musawenkhosi in der ersten Reihe mit den Namenstafeln sitzen sah, wusste ich, dass der Tag gut wird. Es wurden schöne Stunden: Zwei verschiedene Welten und Generationen verstanden sich wortlos.


Christine Schmalnauer

Dienstag, 21. April 2015

Swasiland: Treffen mit einem früheren Patenkind

Der Tag beginnt mit einem tierischen Diebstahl: Eine kleine Meerkatze nutzt eine offene Tür und die kurze Abwesenheit eines Paten, um einige Süßigkeiten zu stibitzen. Nach dem wie üblich reichlichen Frühstück fahren wir um 7 Uhr 30 los in Richtung Swasiland. Unterwegs ein kurzer Schrecken: Bei unserem Bus tritt wieder ein Defekt auf, den wir schon behoben glaubten. Ein „fliegender Mechaniker“ behebt ihn endgültig. Die Grenze zu Swasiland passieren wir dann problemlos.  

Hermann Kronsteiner


Nach längerem Warten freue ich mich, die Patenreise-Gruppe endlich begrüßen zu dürfen. Bei einem kurzen Treffen mit dem Manager unseres abgeschlossenes Patenschafts-Projekts Gilgal lernen wir das ehemalige Patenkind Ciniso kennen. Er erzählt uns stolz von seinen Erfahrungen als Patenkind und wie die Arbeit von World Vision ihm und seiner Familie geholfen hat.

Danach geht es zu einer Holz- und Metallwerkstatt, einem Bienenzüchter und einem Wasserprojekt. Begeistert hören wir uns die vielen Geschichten von positiver Veränderung an! Es ist wirklich schön zu sehen, wie die Menschen das Wissen, das sie in Schulungen von World Vision erworben haben, anwenden. Morgen fahren wir dann in unser Patenschafts-Projekt Lubulini.

Lisa Pollhammer, World Vision Österreich

Montag, 20. April 2015

Safari mit Giraffen-Kampf

Nach einer durchregneten Nacht sind wir schon 10 Minuten vor 6 Uhr in der Früh bereit zur Abfahrt. Es ist sehr kühl. Eine kalte Dusche vom Planendach unseres offenen Fahrzeuges überrascht uns. Einige von uns werden ziemlich nass. Der Wind macht die Fahrt zusätzlich ungemütlich.

Zuerst sehen wir auf unserer Safari nur Nebel. Dann tauchen die ersten Schwarzstreifen-Gnus auf.  Highlight ist ein Bock der größten Antilopenart in Afrika, der Elenantilope. Mit unserem Freudengeschrei verschrecken wir ihn aber gleich.

Neben einer Flugbahn im Busch sehen wir Warzenschweine, Strauße, Gnus, Zebras und Impalas.  Unser Guide Alex erspäht ein paar Giraffen. Wir beobachten den minutenlangen Kampf zweier Giraffen-Bullen. Bei der Rückkehr ins Hotel warten schon die Meerkatzen auf uns.

Nach einem reichlichen Frühstück haben wir Zeit für uns. Motiviert durch die Pirschfahrt, setze ich meine Fotosafari auf dem Gelände unserer Lodge fort. Um 16 Uhr beginnt die zweite Safari-Rundfahrt, und wir hoffen auf freundliche Begegnungen mit Elefanten, Naßhörnern und Leoparden.

Arno

Donnerstag, 16. April 2015

Ein Schluck "Betrunkener Tiger"

Nach einem sehr guten Frühstück fuhren wir im Nebel durch die schöne Landschaft der Natal Midlands – ein fruchtbares Gebiet mit vielen Rinderherden.
 
In der Nottingham Road Brauerei, einer der ältesten kleinen Brauereien des Landes: Tyler, der junge Manager, erklärt uns die Besonderheiten der 5 Biersorten. Er geht auch auf die kreativen Biernamen ein, etwa Whistling Weasel (pfeifendes Wiesel) oder Drunken Tiger (betrunkener Tiger; dieses Bier hat den meisten von uns am besten geschmeckt). In der Brauerei wird noch alles von Hand gemacht, sogar das Verschweißen der Etiketten.

Nach dem Mittagessen ging es weiter zu den Howick Wasserfällen. Es ist Herbst in Südafrika. Durch Nebel, Kälte und Nieselregen erreichen wir unser heutiges Ziel: das Sanni Pass Hotel auf 2.473 Meter Seehöhe. Hier übernachten wir. Trotz mehrerer Stromausfälle genießen wir unser Abendessen in gemütlicher Atmosphäre und freuen uns schon auf unseren morgigen Ausflug nach Lesotho.

Hermann Kronsteiner

Erstes Foto-Shooting mit Pavianen

Die heutige Fahrt im Bus ist lang, aber beeindruckend. Wir haben uns die Landschaft nicht so grün vorgestellt. Das Schattenspiel der Wolken über den Bergen fasziniert mich. Zuerst denke ich, die dunklen Stellen an den Berghängen sind verbranntes Gras.

Viele Menschen wohnen in Blechhütten – unter Umständen, die für uns unvorstellbar sind. Trotzdem wirken sie zufriedener, als wir es oft sind.

Bei der Fahrt zu unserer nächsten Unterkunft erleben wir wieder eine Überraschung: Plötzlich taucht inmitten der Natur ein schönes Hotel auf. Alles ist sehr großzügig angelegt.

Nach dem Mittagessen, das uns sehr gut schmeckt, gehen wir auf Fotomotiv-Suche. Und siehe da, wir können die ersten Paviane knipsen.

Die Reise soll so schön und nett weitergehen. Wir sind eine tolle Gruppe!


Elisabeth und Karl Tratberger

Mittwoch, 15. April 2015

Menü mit Krokodil und Antilope

Nach unserer Ankunft in Johannesburg absolvierten wir gleich einen „Marathon-Tag“. Auf dem Programm standen dabei das Weltkulturerbe „Cradle of Humankind“ (Wiege der Menschheit), das Maropeng Center und die Sterkfontein Höhle. Hier hatten wir müde Krieger fast 200 Stufen zu bewältigen. Im Anschluss wurden wir mit dem sehr schönen Misty Hills Country Hotel entschädigt.  Wir bezogen die Zimmer und ruhten uns etwas aus.

Dann trafen wir uns zu einem Abendessen, das uns wirklich begeisterte: die verschiedenen Fleischsorten wurden direkt vom Spieß auf den Teller geschnitten. Es gab Rind und Huhn, aber auch Krokodil, Antilope und Kudu (eine spezielle Antilopenart). Alles schmeckte ausgezeichnet. Auf dem Tisch stand eine kleine „gehisste Fahne“. Wenn man die Fahne umlegte, war dies das Zeichen für den Kellner, dass man satt war. Müde fielen wir dann in unsere Betten.

Am nächsten Morgen stärkten wir uns, mehr oder weniger ausgeschlafen, an einem guten Frühstücks-Buffet. Um 7 Uhr 30 machten wir uns in die Provinz  KwaZulu-Natal zu den großen Drakensbergen auf.

Unser Busfahrer Abraham und unser Reiseleiter Alex (er kommt aus Holland und lebt seit 26 Jahren in Südafrika) überraschten uns damit, dass wir die Panoramaroute und nicht die Autobahn nahmen.

Wir fanden ein tolles Plätzchen für einen Fotostop und konnten dort entzückende afrikanische Tiere aus Ton erstehen. Danach ging es ins Hotel, wo wir ein Mittagessen einnahmen. Am Nachmittag  konnten wir die Umgebung genießen – ein Buschbock hat uns auch besucht. 

Elfi Meyer


PS: Unsere Mitreisende Hilde ließ sich durch die Drakensberge zu einem schönen Gedicht inspirieren:

Wo sanft das Abendlicht sich neigt
gehorsam die Natur hier spricht
Vogelgeschnatter
bewegtes Grün
Lebensfreude
gebrannte Haut
des Nachts die Stille.


Dienstag, 14. April 2015

Von Wien via München nach Johannesburg

Mir ging es wie immer vor Reisen: Schon am Tag vor der Abreise spürte ich, wie meine Aufregung stieg. Vieles war noch zu organisieren. Dazu kam, dass es meine erste Afrikareise war - und mein erster Langstrecken-Flug: Von München nach Johannesburg ist man 10,5 Stunden in der Luft.

Am Sonntag war es soweit: Mit dem Zug fuhren wir nach Wien. Gegen 15 Uhr trafen sich alle von Wien startenden Mitreisenden am Check-in des Flughafens. Monika und Moira von World Vision hatten alles gut vorbereitet, und so ging es recht schnell. Zugleich hatten wir Gelegenheit zu einem ersten Kennenlernen. Monika verließ uns dann wieder, während Moira uns auf der Reise begleiten wird. Um 17 Uhr konnten wir endlich an Bord gehen, um nach München zu fliegen. Dort stießen weitere sechs Reiseteilnehmer zu uns. Nun waren wir vollzählig.

Es war schon dunkel, als der Airbus der South African Airlines kurz nach 21.00 Uhr abhob. Viel geschlafen haben ich und die anderen Reiseteilnehmer nicht. Doch der Flug verlief bis auf ein paar Turbulenzen ruhig. Um 6.00 Uhr früh konnten wir durch die Flugzeugfenster einen wunderschönen Sonnenaufgang genießen. Auch ein Frühstück wurde uns serviert, bevor wir in Johannesburg landeten. Da die Einflugschneise des Flughafens im Nebel lag, machte der Kapitän zuvor eine ausgiebige Ehrenrunde. Wir waren erleichtert, als wir alle unser Gepäck wieder erhalten hatten. Vor dem Flughafen erwartete uns Alex, unser Guide. Mit einem etwas ehrfürchtigen Gefühl betrat ich erstmals afrikanischen Boden und wartete auf den Bus, der uns in den kommenden Tagen quer durch das östliche Südafrika begleiten wird.

Franz Asen

Montag, 13. April 2015

Auftakt zur Patenreise 2015 nach Swasiland

Die World Vision-Patenreise ins südliche Afrika hat begonnen! 19 Patinnen und Paten werden in den nächsten 2 Wochen Südafrika und Swasiland bereisen. Höhepunkt wird das Treffen mit ihren Patenkindern sein.

19 Patinnen und Paten aus Österreich haben sich gestern auf den Weg ins südliche Afrika gemacht. Heute sind sie gut in Johannesburg angekommen. Auf einer Rundreise werden sie zuerst Südafrika kennen lernen. Anschließend fahren sie in den benachbarten Kleinstaat Swasiland. Dort steht am 20. April 2015 ein Besuch in unserem abgeschlossenen Projekt Gilgal auf dem Programm. Am 21. und 22. April werden die Patinnen und Paten im Projekt Lubulini ihre Patenkinder treffen. 

In diesem Blog können Sie die Patenreise in den nächsten Tagen miterleben. Unsere Patinnen und Paten werden in Wort und Bild ihre Eindrücke schildern. Viel Freude beim geistigen Mit-Reisen!

Dienstag, 29. April 2014

Projektbesuch Mosambik, Kazuzo: Wohlverdiente Stärkung & Abschied aus Mosambik

Reisetagebucheintrag 17. April 2014:
Nach unserem "Ausflug in den Busch" machen wir uns wieder in die "Zivilisation" auf. Wir haben heute noch die Gelegenheit, uns mit zwei Schuldirektoren etwas näher über das Problem der Frühverheiratung junger Mädchen zu unterhalten.
Im Gespräch mit dem Direktor der angrenzenden Schule erfahren wir, dass Frühverheiratung junger Mädchen in Kazuzo nach wie vor häufig vorkommt und die Menschen das hier aus kulturellen Gründen auch als "ganz normal" ansehen. Es liegt also noch viel gemeinsame Arbeit und jede Menge Bewusstseinbildung vor uns. Unter anderem bietet World Vision daher gezielte Schulungen für das Lehrpersonal an.

Diesen Direktor kennen wir schon von unserem ersten Besuch in Kazuzo vor zwei Tagen. Bevor er Direktor an "seiner" Schule wurde, hat er an der angrenzenden Schule unterrichtet.
Mir fällt auf, dass alle Schuldirektoren, denen ich hier bisher begegnet sind, unglaublich sympatisch, aufgeschlossen und auch sehr gebildet wirken. Ich werte das als äußerst gutes Zeichen, denn World Vision muss eng mit ihnen zusammenarbeiten, um nachhaltige, positive Veränderungen im Projektgebiet zu erreichen. Und gerade der Bildungsbereich ist wegen seiner Multiplikatoren-Funktion dafür extrem wichtig. Vorbilder für die Mädchen, wie etwa weibliche Lehrerinnen, sind dabei sehr hilfreich. Spezielle Förderungen für Mädchen, wie etwa das Erlassen von Schulgebühren auch in höheren Schulstufen, sollen ebenfalls dazu beitragen, dass die Mädchen länger in der Schule bleiben.

Wir treffen uns in einem Lokal, das einer der beiden Direktoren gleich neben "seiner" Schule betreibt.
Da wir uns mit den beiden Direktoren in einem "Restaurant" treffen, haben wir auch Aussicht auf eine Stärkung, sobald wir die beiden Interviews beendet haben. (Die haben wir auch dringend nötig, denn seit dem Frühstück bei Dona Fernanda haben wir nichts mehr gegessen und es ist mittlerweile bereits später Nachmittag - und immerhin haben wir ja gerade einen "Gewaltmarsch" durch die Wildnis hinter uns gebracht.) Wie üblich erhalten wir auch hier die für die Region typischen Speisen.
Vor dem Essen wird natürlich händegewaschen.
Serviert wird zu großen Nocken geformter Maisbrei (von der Form her ähnlich wie unsere Griesnockerln, nur ungefähr 2-3mal so groß)...
...Reis...
...gebratener Fisch...
...und ein Eintopf aus allerlei Hühnerteilen (mit dabei: die kunstvoll mit Hühnerdarm verschnürten Innereien, die hab ich aber ehrlich gesagt lieber weggelassen...)
  Dazu gibt es eine Art kalte Tomatensauce.
Bevor wir wieder Richtung Nampula-Stadt aufbrechen, unterhalten wir uns noch über die allgegenwärtigen Straßenstände, die gebrauchte Kleidung aus Europa (und anderen reichen Ländern) feilbieten. Als aufgeklärte und arte-Doku-informierte Österreicher stehen wir dieser Sache natürlich kritisch gegenüber, stellt der Handel mit gebrauchter Kleidung aus den reichen Ländern - wie wir zu wissen glauben - doch eine Konkurrenz für die lokale Bekleidungsindustrie dar. Aber wir erfahren, dass es (anders als in anderen afrikanischen Ländern) erstens in Mosambik keine nennenswerte heimische Bekleidungsindustrie gibt und zweitens der Großteil der Leute hier nackt herumlaufen müsste, weil sich die Menschen neue Kleidung schlicht und ergreifend gar nicht leisten könnten. Außerdem sei die gebrauchte Kleidung aus Europa qualitativ (und auch optisch) meist deutlich besser, als die Kleidung, die man hier in Geschäften bekäme (wenn man denn das Geld dafür hätte).
Sogenannte "Humana-Kleidung" wird hier überall angeboten. Gäbe es die nicht, könnten sich viele hier gar kein Gewand leisten.
So hat es wohl ausnahmsweise auch mal was Gutes, wenn wir verwöhnten Europäer Dinge weggeben, die noch tadellos in Schuss sind (zumindest, solange sie nicht im Müll, sondern im Sammelcontainer landen). Aber unser Wohlstand und die damit leider oft einhergehende Verschwendungssucht wird mir deutlicher vor Augen geführt, als mir lieb ist, wenn ich die Armut hier sehe.

Aber trotz der verbreiteten Armut fällt mir auf, dass die meisten Menschen in der Region eine Würde und Zufriedenheit ausstrahlen, die mich wirklich beeindruckt. Von diesen Menschen können (und sollten) wir noch sehr viel lernen. Das Streben nach Profit und nach "immer mehr" von Dingen, die man eigentlich nicht braucht, ist allerdings nicht dabei. Aber das beherrschen wir ohnehin schon...

Tja, und dann geht´s nach diesem langen und aufregenden Tag endlich wieder zurück zu unserem Hotel in Nampula. Ich freue mich schon wie ein kleines Kind darauf, unter der Dusche den Schweiß und Dreck der letzten 36 Stunden abzuwaschen, mich in einem sauberen Bettlaken zu räkeln (auch wenn das schon wieder ziemlich europäisch-verwöhnt klingt...) und von den Anstrengungen der letzten Tage zu erholen.

Reisetagebucheintrag 18. April 2014:
Bevor wir uns heute wieder auf den Weg zum Flughafen machen (da unser Flug Richtung Johannesburg um 14:00 Uhr startet, müssen wir spätestens um 12:00 Uhr dort sein), besuchen wir noch das World Vision-Büro in Nampula. Dort haben wir uns mit einem jener Männer verabredet, die derzeit für World Vision in den Projektgebieten von Kazuzo und Nihessiue eine Datenerhebung durchführen. Diese Datenerhebung - auch Baseline-Survey genannt - dient dazu, in regelmäßigen Abständen den Ist-Zustand zu erheben. Nur so kann auch festgestellt werden, ob und welche Erfolge erzielt werden, und wo noch Veränderungen nötig sind, um die mit der Bevölkerung vereinbarten Ziele zu erreichen.
Meine Kollegin Sabine Stelczenmayr bedankt sich bei Benicio Franciscu Fareto, einem der "Datenerheber", die zur Zeit für World Vision in Kazuzo und Nihessiue unterwegs sind, für das Interview und seinen Einsatz im Feld.
Dann ist es soweit und es heißt für uns auch schon wieder Abschiednehmen aus Mosambik!
Ich sage "no kuru!" (ob man das so schreibt, weiß ich nicht, aber es soll in der lokalen Sprache in Nampula soviel heißen wie "Vielen Dank!") an die vielen freundlichen Menschen in Mosambik, die uns so herzlich willkommen geheißen haben und uns Einblicke in ihr Leben gewährt haben! Ich werde euch vermissen, freue mich aber gleichzeitig auch wieder auf "daheim"...

Elisabeth Amann, World Vision Österreich

Montag, 28. April 2014

Projektbesuch Mosambik, Kazuzo: Wenn für die Schule keine Zeit bleibt...

Reisetagebucheintrag 17. April 2014:
Unsere erste Station in Kazuzo ist wieder das Haus des "Development-Facilitators". Dort warten wir auf einen freiwilligen Community Worker, der uns zu einer Familie bringen soll, die sehr abgelegen lebt. Da nur er weiß, wie wir dahin kommen, sind wir auf seine Hilfe angewiesen. Im Moment verhandelt er aber noch mit einem Chinesen, der irgendwas von ihm mieten will...

Während wir warten, kommen wieder allerhand Neugierige heran, um sich die beiden weißen Frauen näher anzusehen. Viele, die aussehen wie wir, kommen hier offenbar nicht vorbei.
Besonders die Kinder signalisieren mir immer wieder, dass sie fotografiert werden wollen, und werfen sich in Pose, sobald ich meine Kamera zücke.
Dann ist es endlich soweit und wir fahren los. Da man nicht mit dem Auto bis zum Haus der Familie fahren kann, steht uns ein Fußweg durch den Busch bevor. Wie lange der sein wird, lässt sich nicht herausfinden: Die Distanzen werden hier nur geschätzt, ebenso wie die Zeit, die man benötigt, um irgendwo hinzukommen. Wir sind also gespannt...
Wir folgen einem schmalen, gewundenen Feldweg. Die mannshohen Pflanzen am Wegrand versperren uns die Sicht, man sieht jeweils nur bis zur nächsten Biegung.
Wie immer, wenn man einen Weg nicht kennt, kommt er einem länger vor. Trotzdem glaube ich, dass wir mindestens eine halbe Stunde unterwegs sind, vielleicht auch länger. Die Vorstellung, dass jetzt irgendwo eine Schlange aus dem Gebüsch kriecht, ist nicht sehr verlockend: Wenn hier und jetzt einer von uns gebissen wird, dann war´s das. Aber wir haben Glück, keine Schlange weit und breit...
...nur ein paar Ziegen suchen am Wegesrand nach Essbarem.
Bevor wir ankommen, müssen wir noch einen Bach durchqueren, es gibt keinen anderen Weg. Also Schuhe und Socken ausziehen und barfuß durchs knietiefe Wasser. Es sind zwar nur wenige Meter, aber mir fällt trotzdem ein, dass es hier doch auch sowas wie Bilharziose (auch Schistosomiasis genannt, eine sehr unerfreuliche Wurmerkrankung) geben soll. Aber das vergess ich lieber schnell wieder!
Und dann sind wir auch schon am Ziel unserer "Expedition". Die Familie erwartet uns bereits.
Auch hier haben sich wieder jede Menge Schaulustige aus der Nachbarschaft eingefunden, die die Abwechslung, die unser Besuch bringt, nicht versäumen wollen.
Hergekommen sind wir, weil es in der Familie ein Problem gibt: Die Mutter ist seit längerem krank und daher auf die Hilfe ihrer kleinen Tochter angewiesen. Welche Krankheit die Frau hat, weiß sie nicht, sie war nur einmal deswegen in der Gesundheitsstation. Dort konnte man ihr nicht helfen und hat sie ins nächste Krankenhaus geschickt. Das ist allerdings sehr weit entfernt und ohne Transportmittel nicht zu erreichen. Ob sie dort jemals war, konnten wir nicht herausfinden.
Was Margarida, die Mutter, genau hat, weiß sie nicht. Sie hustet, klagt über Magen- und Knochenschmerzen und hat sehr starke, langandauernde Regelblutungen.





Das Mädchen heißt Angelina und ist wohl zehn, maximal zwölf Jahre alt (genau wissen das die Leute nur, wenn sie in der Geburtsurkunde nachschauen, so wichtig wird das Alter hier offenbar nicht genommen). Sie muss im Haushalt helfen, eigentlich sogar den Großteil der Hausarbeiten erledigen, weil die Mutter dafür zu schwach ist. Saubermachen, Wasserholen, Geschirrwaschen, Wäschewaschen, Kochen und dann auch noch bei der Feldarbeit mithelfen.

Angelinas Pflichten im Haushalt sind vielfältig. So ist sie zum Beispeil fürs Wasserholen zuständig. Das schöpft sie aus einem kleinen Tümpel in der Nähe. Sauberes Wasser sieht anders aus...
Da bleibt für die Schule dann keine Zeit. Erst recht, weil der Weg zur nächstgelegenen Schule weit ist. Dabei würde das Mädchen sehr gern in die Schule gehen. Sie möchte einmal Lehrerin werden.
Ein Jahr lang hat Angelina die Schule besucht, dann wurde ihre Mutter krank. Seit mittlerweile drei Jahren muss sich Angelina um den Haushalt kümmern. Für die Schule bleibt seither keine Zeit mehr.
Nach einem längeren Gespräch mit der Familie, bei dem wir so viele Rahmenbedingungen wie möglich abklären, brechen wir wieder auf. Eines steht fest: Auch wenn wir nach diesem ersten Besuch noch nicht wissen, wie: World Vision wird versuchen zu helfen.

Nach unserem abenteuerlichen Rückweg durch den "Dschungel" setzen wir uns ins Auto und machen uns zu unserem nächsten Programmpunkt auf.

Sonntag, 27. April 2014

Projektbesuch Mosambik, Nihessiue: Wieder jede Menge Schulbesuche, Wasser & Toiletten

Reisetagebucheintrag 16. April 2014:
Noch vor dem Besuch der Müttergruppe und der Gesundheitsstation kommen wir an der ersten Schule des heutigen Tages vorbei.
Die erste Schule des heutigen Tages...
Wir sprechen mit dem Direktor, unter anderem über ein Thema, das uns während unseres gesamten Aufenthalts im nördlichen Mosambik immer wieder begegnet: Die Frühverheiratung junger Mädchen bereits im Alter von 12 bis 14 Jahren.
Im Gespräch mit dem Direktor erfahren wir, dass es heuer an seiner Schule erfreulicher Weise keinen Fall gegeben hat, in dem ein Mädchen wegen Frühverheiratung die Schule abgebrochen hat, im vergangen Jahr gab es nur einen Fall. Damit sich diese Entwicklung weiter fortsetzt, schult World Vision Lehrer und sensibilisert Eltern für das Thema.
Das Problem der Frühverheiratung: Die Mädchen werden oft auch früh schwanger, was sich nachteilig auf ihre Gesundheit auswirkt. Außerdem brechen diese Mädchen meist auch den Schulbesuch ab und bleiben so bildungsmäßig auf der Strecke.
Die Frühverheiratung führt auch zu frühen Schwangerschaften, die sich negativ auf die Gesundheit der Mädchen auswirken, ihren Körper auszehren und sie schneller altern lassen.
World Vision arbeitet daher gemeinsam mit den Schulen und anderen Meinungsbildnern daran, diese Tradition durch Aufklärung und Bewusstseinsbildung der Eltern dahingehend zu verändern, dass die Mädchen erst später heiraten (und schwanger werden) und die Schule möglichst lange besuchen zu können. Leider ist die Frühverheiratung nicht nur eine lange gepflegte Tradition in Mosambik, sondern stellt für die meist sehr armen Familien aus deren Sicht auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit dar. Denn es ist dann nicht nur eine Esserin weniger zu versorgen, der Ehemann des Mädchens unterstützt die Familie auch - entweder mit etwas Geld oder mit Nahrungsmitteln. Es bedarf daher Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen, um die Situtation nachhaltig zu verändern: Neben der Sensibilisierung der Bevölkerung muss auch die Einkommenssituation der Familien verbessert werden. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, dass World Vision in der Entwicklungszusammenarbeit einen umfassenden Ansatz verfolgt und Probleme nicht nur punktuell angeht. Während Frühverheiratungen in  Kazuzo noch gang und gäbe sind, hat sich die Situation in Nihessiue schon deutlich verbessert, nicht zuletzt eine Auswirkung der Arbeit von World Vision.


Die zweite Schule des heutigen Tages besuchen wir aus zwei Gründen: Zum einen hat ein Spender aus Österreich Regale für die Schule gespendet,die gerade eingetroffen sind. Zum anderen treffen wir dort ein World Vision-Patenkind. Es ist die Mulhaniua-Schule. Wie fast überall, wo wir hinkommen, strömen Kinder herbei, um sich fotografieren zu lassen.
Neugierig kommen die Kinder heran. Mit der Zeit werden es immer mehr, alle wollen auf ein Foto. Die Freude machen ich ihnen gern.

Dank einer Spende aus Österreich konnte die Mulhaniua-Schule Bücherregale anschaffen, eines davon ist hier zu sehen. Der "Schulwart" und meine Kollegin Sabine Stelczenmayr präsentieren es stolz.
Den Besuch der Schule nutzen wir auch, um mit dem Patenkind eines österreichischen Paten zu sprechen. Trotz der ausgeprägten Schüchternheit des Mädchens gelingt es mir, sie zum Lächeln zu bringen. (Azevedo übersetzt für mich: "Du bist ein sehr hübsches Mädchen, aber noch hübscher wärst du, wenn du ein bisschen lachen würdest." Wie man sieht, hat´s funktioniert...)
Auch unser letztes Ziel für den heutigen Tag ist wieder eine Schule. Diesmal steht aber nicht die Schule selbst im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit, sondern der nahegelegene Brunnen und die gerade in Bau befindlichen Toiletteanlagen.
Azevedo kostet das Wasser des neuen Brunnens. Der junge Mann, der die Brunnenpumpe betätigt, ist der für Wasser, Sanitär und Hygiene (kurz WASH für Water, Sanitation and Hygiene) zutändige World Vision-Mitarbeiter in Nihessiue.
Der Brunnen wurde 2013 mit Mitteln von World Vision gebaut. Er versorgt die Schulkinder nicht nur mit sauberem Trinkwasser, das abfließende Wasser wird auch einen kleinen Schulgarten bewässern, der in Kürze angelegt werden soll.
Um auch das ablaufende Wasser sinnvoll zu nutzen, wird unterhalb des Brunnens ein kleiner Schulgarten angelegt.
Als wir bei der Schule ankommen, dämmert es bereits - wir sind aufgrund des dichten Programms schon etwas spät dran. Trotzdem wird noch fleißig gearbeitet: Maurer sind gerade dabei, die Wände der neuen Toiletten zu verputzen. Insgesamt werden drei Toiletten-Blöcke gebaut: Einer für die Mädchen, einer für die Buben und einer für die Lehrer.
Fachmännisch verputzen die Arbeiter die Toilettenwände.

Wie die Toiletten aussehen sollen, wenn sie fertig sind, zeigt man uns auf einer Planskizze. Vor den Toiletten werden auf einem Podest Wassertanks installiert. Dieses Wasser kann dann zum Händewaschen genutzt werden.
Mittlerweile bricht die Dunkelheit herein, wir machen uns also wieder auf den Weg. Da es nach Nampula-Stadt zu weit wäre, übernachten wir heute in Murrupula. Hotels gibt es hier keine. Wir nehmen ein kleines, einfaches Zimmer in einem Hinterhof. Auch wenn die hygienischen Bedingungen mit unseren europäischen Vorstellungen nicht das Geringste zu tun haben: Das Essen, das die Hausherrin Dona Fernanda uns serviert, schmeckt ganz ausgezeichnet.

Sabine Stelczenmayr und ich teilen uns ein Zimmer. Es gibt zwar zwei Betten, aber nur ein Moskitonetz. Dona Fernanda meint zwar, dass es hier ohnehin keine Moskitos gäbe, aber ich habe da so meine Zweifel. Drum bin ich jetzt heilfroh, dass ich das Moskitonetz mitgeschleppt habe, das mir mein Bruder und seine Familie heuer für meine Afrikareise zum Geburtstag geschenkt haben. Und auch meiner weltreiseerfahrenen Schwester bin ich dankbar, dass sie mir ihren Hüttenschlafsack mitgegeben hat. (Ein paar Bettwanzenbisse habe ich trotzdem davongetragen, wie mir der Tropenmediziner in Wien nach meiner Rückkehr bestätigt.) Die Zähne putzen wir uns mit Wasser aus Trinkwasserflaschen, die sonstige Abend- und Morgentoilette muss leider ausfallen, denn "Badezimmer" gibt es hier keines. (Wie gut, dass ich wenigstens eine kleine Flasche Hanghygiene-Gel mithabe: Das funktioniert auch ohne Wasser und sollte in keinem Reisegepäck fehlen.)

Morgen geht es dann wieder zurück nach Kazuzo...

Elisabeth Amann, World Vision Österreich