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Montag, 7. April 2014

6.Tag: Begegnung mit meinen Patenmädchen Diem & Ny

Rund 12.000 Kinder leben im Projektgebiet Hiep Duc. Den Lebensweg von zwei dieser Kinder konnte ich seit 12 Jahren mitverfolgen. Beide sind inzwischen junge Frauen. Und beide durfte ich heute erstmals persönlich treffen. Gut, dass ich wasserfeste Mascara mithatte.

Nach zwei Stunden Fahrt durch eine fruchtbare Landschaft mit grünen Reisfeldern erreichten wir unser Ziel. World Vision-Mitarbeiter und Vertreter der lokalen Regierung bereiteten uns einen herzlichen Empfang.
Nghia, der  Manager des Regionalentwicklungsprogramms Hiep Duc, berichtete von den Errungenschaften, die in Hiep Duc seit dem Jahr 2000 erreicht wurden. Was der Projektmanager in sehr positiven Zahlen schilderte, wurde dann im Bericht der Mutter eines Patenkindes lebendig. Sie konnte durch verbesserte landwirtschaftliche Anbaumethoden ihren Ernteertrag so verbessern, dass jetzt ihre 2 Töchter studieren können.

Auch mein erstes Patenkind Diem, die älteste von 5 Schwestern, konnte ein Studium abschließen. Diem erzählte uns, wie sehr World Vision geholfen hat, ihren Lebenstraum zu verwirklichen und zu studieren. Auch meine jährliche Sonderspende half, die Studiengebühren zu bezahlen. So schwierig die Lebenssituation nach dem Tod ihres Vaters auch war: Keines der Kinder musste die Schule aufgeben, und auch Diems jüngere Schwester studiert jetzt Medizin.

Mein jetziges Patenkund Ny ist die Schwester von Diem und steht kurz vor dem Abitur. Ich bin sehr stolz auf meine Patenmädchen. Durch den intensiven Briefkontakt hatten wir eine sehr schöne Beziehung aufgebaut. Als wir uns jetzt endlich gegenüberstanden und umarmten, waren wir zu Tränen gerührt.

Als wir gemeinsam eine Schule besuchten trafen wir Schüler und Schülerinnen, die, obwohl Sonntag, an einem Projektwettbewerb teilnahmen. Verschiedene Umweltthemen wurden von den 12- bis 15-jährigen Mädchen sehr selbstbewusst vorgetragen. Beim gemeinsamen Mittagessen mit unseren Patenkindern legten mir Diem und Ny die besten Bissen vor, zeigten mir den Umgang mit Essstäbchen und erklärten mir, dass man die Hühnerknochen diskret unter den Tisch wirft.

Beim Abschied, der viel zu rasch kam, flossen die Tränen. Im September dieses Jahres wird sich World Vision aus dem Projektgebiet Hiep Duc zurückziehen. Die Bevölkerung wird erfolgreich eigenverantwortlich weitermachen, und leider werde ich keinen weiteren Kontakt zu meinen beiden Patenkindern haben.
Beeindruckt von den vielen positiven Erlebnissen kehrten wir nach Hoi An zurück, wo wir einen spektakulären Sonnenuntergang über dem Fluss erlebten.

Astrid Stenzel

6. Tag: Endlich treffe ich mein Patenkind

Ich hatte heute das große Vergnügen, endlich mein Patenkind Giang zu treffen. Nachdem wir den offiziellen Teil unseres Besuchs abgeschlossen hatten, fuhren wir zur Schule, wo uns ein nettes Programm erwartete.


Dann war es endlich soweit. Wir gingen alle in den Schulhof. Vor mir stand ein junger Bursche, den ich bisher nur von den Fotos kannte. Wir begrüßten uns herzlich, und es wurden mit dem Vater von Giang sofort die ersten Fotos gemacht.

Begleitet von einer sehr netten Mitarbeiterin von World Vision, die aus dem Vietnamesischen ins Englische übersetzte, gingen wir in ein Klassenzimmer, wo sich auch die anderen Paten mit ihren Patenkindern und Begleitpersonen einfanden. Zum Gruß bekamen wir Paten einen Blumenkranz um den Hals gelegt. Wir hatten jetzt Zeit uns kennen zu lernen. Ich fragte mein Patenkind viel über die Schule, die Familie, die Hobbys und was er einmal werden möchte. Giang war sehr scheu, aber dank der Hilfe "meiner" Dolmetscherin erfuhr ich doch einiges: Giang möchte Medizin studieren, er liebt Mathematik, Physik und Erdkunde. Seine Familie betreibt eine kleine Landwirtschaft. Sie pflanzen Reis, Maniok und Gemüse an. Durch eine kleine Schweinezucht kann die Familie sich jetzt die Vergrößerung ihres Hauses leisten. Ganz stolz verkündete mir der Vater, dass sie eine eigene Toilette besitzen. Die Familie wollte auch einiges von mir erfahren und hat über meine Späße sehr gelacht.

Giang freute sich sehr über meine Geschenke, ich freute mich sehr über eine nette Zeichnung, die er mir überreichte. Anschließend fuhren wir noch zu einem gemeinsamen Mittagessen, wo wir viel Spaß hatten. Mein Patenkind wurde immer gesprächiger und bis zum abschließenden Gruppenfoto verstanden wir uns prächtig. Es war ein sehr intensives und berührendes Erlebnis Das eigene Patenkind zu treffen ist ein Erlebnis, das ich jedem Paten empfehlen kann. 

Vito Mussner

6. Tag: Bei unserem Patenkind in Hiep Duc

Heute ging unser lang ersehnter Wunsch in Erfüllung, unser Patenkind Hong, ein 13-jähriges Mädchen, persönlich kennen zu lernen. Wir verließen unsere sehr schöne Hotelanlage in Hoi An um 7 Uhr morgens mit drei Kleinbussen und fuhren Richtung Südwesten entlang von Reisfeldern, auf denen bereits fleißig gearbeitet wurde.

Während unserer Fahrt erhielten wir interessante Hintergrundinformationen über die Arbeit von World Vision in der Region. Noch vor der Ankunft in Hiep Duc hielten bei einer mit Unterstützung von World Vision errichteten Brücke, die vielen Kindern den Schulbesuch ermöglicht. Zwei Stunden später erreichten wir das Gemeindezentrum in Hiep Duc, wo uns der Bezirksleiter herzlich willkommen hieß. Nach einer Einleitungsrede wurden uns die wesentlichen Verbesserungen für die Region präsentiert, die durch die Zusammenarbeit mit World Vision ermöglicht wurden: So sind die landwirtschaftlichen Erträge erheblich gestiegen. Die Bevölkerung wurde in der biologischen Landwirtschaft und in der Viehzucht geschult. Ganz wichtig sind die Verbesserung im Bildungsbereich, von denen die Kinder in den Kindergärten und Schulen profitieren. Initiativen von World Vision im Gesundheits- und Ernährungsbereich haben bewirkt, dass die Kinder heute viel besser vor Unterernährung geschützt sind. Das Ziel ist immer, das Know-how der Menschen zu verbessern. 

Der erste sehr emotionale Moment war für uns die herzliche Rede der Mutter eines Patenkindes. Sie drückte ihre Dankbarkeit dafür aus, dass sie trotz aller Schwierigkeiten jetzt in der Lage ist, ihren Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen und ein neues Haus zu bauen. Äußerst berührend empfanden wir auch die Worte eines ehemaligen Patenkindes. Das Mädchen berichtete unter Tränen über ihre abgeschlossene Universitätsausbildung. Sie hat bereits einen Job in Südvietnam. Mit Unterstützung durch World Vision konnte sie trotz des Todes ihres Vaters ihr Studium beenden.

Dann näherten wir uns bereits unserem Höhepunkt. Wir fuhren zur Schule und wurden gleich mit einem Malwettbewerb der Kinder überrascht. Es folgten eine sehr bemühte Michael-Jackson-Parodie sowie ein Duett zweier Mädchen. Alle gaben sich große Mühe und waren engagiert bei der Sache. Dann wurden wir in den Schulhof geführt, und alle Paten wurden von ihren Patenkindern mit einem Blumenkranz begrüßt. Unser Patenkind Hong eilte zielstrebig auf uns zu und begrüßte uns mit einem zauberhaften Lachen im Gesicht. Wir lernten auch ihre Mutter und ihren jüngeren Bruder kennen.Wir unterhielten uns mit allen, und spätestens nach der Übergabe der Geschenke war das Eis gebrochen. Ich bekam zu meiner Überraschung ein selbst gemaltes riesengroßes Bild!
Danach ging es zu einem gemeinsamen Mittagessen im Ort. Wir wurden von unserem Patenkind in die Kunst des Essens mit Stäbchen eingeschult. Nach der wehmütigen und herzlichen Verabschiedung fuhren wir schnurstracks zu einem für die Region typischen Haus, das mitten in den Reisfeldern in malerischer Umgebung lag. Der Bauer begrüßte uns vor dem Haus und erzählte stolz, welche Fortschritte er mit Hilfe von World Vision erzielt hat. Er erntet jetzt wesentlich mehr Reis, züchtet Schweine und Hühner und wohnt mit seiner Familie in einem gemauerten Haus. Dem Bauern war die Dankbarkeit für die Hilfe von World Vision anzusehen, aber auch der Stolz auf das, was er und seine Familie sich hart erarbeiten konnten. Wir wurden mit köstlichen Bananen bewirtet und brachen zum nächsten Erlebnis auf - der Besuch eines von World Vision initiierten Kindergartens.

Die Kinder hatten für uns eine Gesangs- und eine Tanzdarbietung einstudiert und hatten viel Spaß dabei. Wir erfuhren, dass der Kindergarten mit Hilfe von World Vision errichtet wurde. Jetzt sorgt World Vision für die laufende Schulung des Personals, die Bevölkerung kümmert sich um die Pflege des Areals und der Staat um die Bezahlung der Angestellten. Zu Beginn besuchten nur 16 Mädchen und Buben diesen Kindergarten. Inzwischen haben ihn schon über 360 Kinder abgeschlossen.

Gleich nebenan haben wir eine Ernährungs-Beratungsstelle besucht, die monatlich von 24 Müttern zum Erfahrungsaustausch genutzt wird. Hier waren die Mütter bei einem Quiz recht enthusiastisch und lautstark zugange. Ein Thema war das Stillen mit Muttermilch. Die Beratungsstelle wird von den Frauen selbst verwaltet und dient auch zur Unterstützung von Müttern, die Hilfe brauchen. Dafür sparen alle Mitglieder immer wieder kleine Beträge an.

Nachdem wir mit köstlichem frischen Obst bewirtet wurden, fuhren wir wieder in das Hotel nach Hoi An zurück. Jetzt erwartet uns wieder ein ausgezeichnetes Abendessen als Abschluss eines außergewöhnlichen und eindrucksvollen Tages, den wir mit Sicherheit so schnell nicht vergessen werden.


Sabine und Dieter Bonefeld

Montag, 31. März 2014

Vietnam-Patenreise 2014: morgen geht's los


Morgen, am 1. April 2014, machen sich 24 Patinnen und Paten aus Österreich zu einer 12-tägigen Reise nach Vietnam auf. Wir wünschen ihnen eine gute Reise & viele bereichernde Erlebnisse!

Schon 2007 besuchten Paten aus Österreich Vietnam (Foto links). Der Tag bei den Patenkindern im Projektgebiet Hiep Duc war der emotionale Höhepunkt der Reise. Patin Susanne Großebner hat ihre Eindrücke so beschrieben:

"Die Patenkinder warteten in Reih und Glied auf uns. In den Händen hielten sie eine Rose und einen Zettel, auf dem ihr Name und der Name ihres Paten stand. Es war der berührendste Augenblick. Er bleibt uns für's ganze Leben in Erinnerung.  Als unser Patenkind Thu mich bei der Hand nahm, war ich zutiefst berührt und glücklich."

Bestimmt warten auch auf die Teilnehmer der Patenreise 2014 beglückende Augenblicke. Wir werden in den kommenden zwei Wochen hier im Blog und auf Facebook aus Vietnam berichten.

Donnerstag, 27. März 2014

Eier verbessern die Ernährung von Huongs Kindern

Noch 5 Tage, dann beginnt die Patenreise nach Vietnam! Höhepunkte werden bestimmt die Besuche in unseren Projektgebieten Hiep Duc und Tram Tau sein. Denn dort treffen die Paten aus Österreich ihre Patenkinder.   
Am 6. April steht der Besuch in Hiep Duc auf dem Programm. Dieses Projekt wird heuer abgeschlossen.

Was sich für die Bewohner durch die Arbeit von World Vision verbessert hat, wird unsere Reisegruppe vor Ort sehen. Ein Erfolg ist, dass die junge Mutter Huong (Foto) ihre Kinder jetzt besser vor Unterernährung schützen kann – mit Eiern aus ihrer Hühnerzucht, die sie mit Hilfe von World Vision aufbauen konnte.           

Montag, 24. März 2014

Reise in ein Land der Gegensätze

8 Tage noch, dann beginnt die World Vision-Patenreise nach Vietnam. Die 24 Teilnehmer werden ein Land der Gegensätze erleben: Die Wirtschaft Vietnams ist in den letzten Jahren stark gewachsen, aber viele Bewohner spüren davon wenig. 7 von 10 Vietnamesen leben von der Landwirtschaft – doch oft reichen die Erträge kaum für den Eigenbedarf. Zahlreiche Kinder müssen auf eine gute Schulbildung, gesunde Ernährung und medizinische Versorgung verzichten. Besonders hart sind die Lebensbedingungen für die Familien der Kleinbauern in abgelegenen Regionen.
      

Welche positiven Veränderungen World Vision in den ländlichen Projektgebieten Tram Tau und Hiep Duc bewirkt hat, wird unsere Paten-Reisegruppe in Kürze erleben. Das Foto links zeigt Mädchen aus der Volksgruppe der Hmong in traditionellen Kleidern.

Dienstag, 29. März 2011

Projektbesuch in Vietnam - Tag 1

Bei 15 Grad Außentemperatur kommt das dreier Team von World Vision Österreich unter der Leitung von Amanda Platzer in Hanoi an. Die Hauptstadt im Norden Vietnams ist Sitz von World Vision Vietnam. Von dort aus werden 36 Regionalentwicklungsprogramme geleitet, zwei davon durch österreichischen Paten unterstützt: Hiep Duc (900 km südlich von Hanoi) und Tam Tau im Norden des Landes.

Donnerstag, 19. August 2010

Tag 1 in Hiep Duc

MITTWOCH, 18. AUGUST 2010
Wir sind es schon gewohnt: Jeden Morgen früh raus. Diesmal zum Flug nach Da Nang, einer Stadt in Mittelvietnam mit knapp unter einer Million Einwohnern. Wobei: Wir sind mit Zahlen mittlerweile eher vorsichtig. Für Hanoi haben wir nun 3 verschiedene Bevölkerungszahlen gehört. Vermutlich stimmen die Werte bei Wikipedia mit 6,5 Millionen am besten.