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Montag, 27. April 2015

Rückreise nach Österreich

Auf dem Markt von Manzini konnten wir noch unsere letzten Souvenirs kaufen. Dann nahmen wir Abschied von Swasiland. Mit einem kleinen Düsenjet, der zur Hälfte von unserer Gruppe belegt war, flogen wir nach Johannesburg. Blitze und Turbulenzen machten den 40-minütigen Flug zu einem kleinen Abenteuer.

Alles hatte bis jetzt geklappt. Doch in München kamen wir verspätet an, und einige von uns versäumten deshalb den Anschlussflug nach Wien. So hatten wir Zeit, um uns von Arno, Elisabeth, Susanne, Franz und  Greti zu verabschieden, die  von München aus ihre Heimreise antraten.


Zu Mittag war es dann soweit: Alle Paten waren müde, aber gesund und um viele neue Eindrücke aus Südafrika und Swasiland reicher zu Hause angekommen.

Donnerstag, 23. April 2015

Besuch in einer Kindertagesstätte

Der Tag mit dem Besuch einer Kindertagesstätte im Projekt Lubulini war voller emotionaler Eindrücke. Er begann mit der Besorgung von Reis, Maismehl, Äpfeln und natürlich Süßigkeiten. Damit wollten wir die Mädchen und Buben in der Kindertagesstätte überraschen.

In einer Kindertagesstätte in Swasiland
Die Kinder genossen ihre Mahlzeit und freuten sich über die Luftballone. Und die Betreuerinnen freuten sich über die mitgebrachten Lebensmittel. Der Besuch in der Kindertagesstätte hat mir gezeigt, wie wichtig die Arbeit von World Vision in Swasiland ist. Auch die Gemeindevorsteher waren vor Ort und haben uns mit ihren Ideen und Perspektiven beeindruckt.

Landwirtschaftliches Projekt von World Vision in Swasiland
Vorher hatten wir ein landwirtschaftliches Projekt besucht. Es war eindrucksvoll zu sehen, wie 10 Hektar Land nur mit der Hand kultiviert werden. Die Gemeinde baut dort Mangos, zwei Sorten Süßkartoffeln, Kürbisse, Mangold, Mais und Bohnen an. Mit den Erträgen werden 70 bis 100 Haushalte mit frischem Gemüse versorgt.

Tanzvorführung in Grundschule in Swasiland
In der Grundschule wurden wir bereits freudig erwartet. Obwohl sie eigentlich Semesterferien hatten, haben uns die Kinder mit strahlenden Augen empfangen. Sie haben uns mit Tanz und Gesang begrüßt, und wir haben uns mit Buntstiften und anderen Geschenken aus Österreich bedankt.

Wir haben aber auch gesehen, dass es noch Herausforderungen in Lubulini gibt. Wasser ist ein kostbares Gut, denn das Sinken des Grundwasserspiegels führt zur Austrocknung der Brunnen. Jetzt muss mit Pumpen, Leitungen und großen Investitionen das Wasser vom Fluss in diese entlegene Region  gebracht werden. 

Elisabeth

Mittwoch, 22. April 2015

Unsere Paten haben ihre Patenkinder getroffen!

Es waren Augenblicke, auf die sich die Patinnen und Paten aus Österreich schon lange gefreut hatten: Gestern, am 21. April 2015, haben sie in unserem Projekt Lubulini in Swasiland ihre Patenkinder getroffen! Das Zusammentreffen bildete den Höhepunkt der Patenreise ins südliche Afrika.


Es waren herzliche, lachende Begegnungen zwischen den Patenkindern und uns Paten!

Franz  & Greti Raschhofer





Es hat zwar länger gedauert, den schüchternen jungen Mann Linda aus seinem „Schneckenhaus“ zu locken. Aber beim Fußballspiel wurde er schon lockerer. Und das Interesse an meinem Handy ermöglichte sogar eine Verständigung zwischen uns beiden. Kann ich da künftig noch über das Handy schimpfen?

Michael Bendl



Sehnsüchtig fuhr ich nach Lubulini. Wie rührend der Augenblick der Begegnung mit Mamba. Stillschweigend drückte ich sie an mein Herz und hielt sie fest. Umgeben von aufgeregten Paten und leuchtenden Augen. Es waren unvergessliche Stunden.

Hilde Steiner



Was für eine große Freude, das Projekt Lubulini zu unterstützen. Und was für ein noch größeres Glück, dass man dabei auch die Kinder besuchen und in ihre strahlenden Augen sehen kann.

Karl-Heinz & Brigitte



Swasiland ist leider sehr arm. Von den World Vision-Projekten bin ich wirklich beeindruckt. Das Zusammentreffen mit dem  Patenkind war sehr berührend und emotional. Ich bin froh, ein bisschen helfen zu können.

Margit König



Der Dienstag war für mich ein sehr schöner Tag. Ich lernte mein Patenkind Cedusirone kennen - einen schüchternen, hübschen Burschen. Auch seine Mutter habe ich getroffen. Ich war überrascht, dass mein Patenkind eine kleine, süße Schwester hat.

Ingeborg Sturm



Ich sah dem Treffen mit den Patenkindern etwas skeptisch entgegen. Doch als ich die beiden Kinder Nomvuyo und Musawenkhosi in der ersten Reihe mit den Namenstafeln sitzen sah, wusste ich, dass der Tag gut wird. Es wurden schöne Stunden: Zwei verschiedene Welten und Generationen verstanden sich wortlos.


Christine Schmalnauer

Dienstag, 21. April 2015

Swasiland: Treffen mit einem früheren Patenkind

Der Tag beginnt mit einem tierischen Diebstahl: Eine kleine Meerkatze nutzt eine offene Tür und die kurze Abwesenheit eines Paten, um einige Süßigkeiten zu stibitzen. Nach dem wie üblich reichlichen Frühstück fahren wir um 7 Uhr 30 los in Richtung Swasiland. Unterwegs ein kurzer Schrecken: Bei unserem Bus tritt wieder ein Defekt auf, den wir schon behoben glaubten. Ein „fliegender Mechaniker“ behebt ihn endgültig. Die Grenze zu Swasiland passieren wir dann problemlos.  

Hermann Kronsteiner


Nach längerem Warten freue ich mich, die Patenreise-Gruppe endlich begrüßen zu dürfen. Bei einem kurzen Treffen mit dem Manager unseres abgeschlossenes Patenschafts-Projekts Gilgal lernen wir das ehemalige Patenkind Ciniso kennen. Er erzählt uns stolz von seinen Erfahrungen als Patenkind und wie die Arbeit von World Vision ihm und seiner Familie geholfen hat.

Danach geht es zu einer Holz- und Metallwerkstatt, einem Bienenzüchter und einem Wasserprojekt. Begeistert hören wir uns die vielen Geschichten von positiver Veränderung an! Es ist wirklich schön zu sehen, wie die Menschen das Wissen, das sie in Schulungen von World Vision erworben haben, anwenden. Morgen fahren wir dann in unser Patenschafts-Projekt Lubulini.

Lisa Pollhammer, World Vision Österreich

Montag, 20. April 2015

Safari mit Giraffen-Kampf

Nach einer durchregneten Nacht sind wir schon 10 Minuten vor 6 Uhr in der Früh bereit zur Abfahrt. Es ist sehr kühl. Eine kalte Dusche vom Planendach unseres offenen Fahrzeuges überrascht uns. Einige von uns werden ziemlich nass. Der Wind macht die Fahrt zusätzlich ungemütlich.

Zuerst sehen wir auf unserer Safari nur Nebel. Dann tauchen die ersten Schwarzstreifen-Gnus auf.  Highlight ist ein Bock der größten Antilopenart in Afrika, der Elenantilope. Mit unserem Freudengeschrei verschrecken wir ihn aber gleich.

Neben einer Flugbahn im Busch sehen wir Warzenschweine, Strauße, Gnus, Zebras und Impalas.  Unser Guide Alex erspäht ein paar Giraffen. Wir beobachten den minutenlangen Kampf zweier Giraffen-Bullen. Bei der Rückkehr ins Hotel warten schon die Meerkatzen auf uns.

Nach einem reichlichen Frühstück haben wir Zeit für uns. Motiviert durch die Pirschfahrt, setze ich meine Fotosafari auf dem Gelände unserer Lodge fort. Um 16 Uhr beginnt die zweite Safari-Rundfahrt, und wir hoffen auf freundliche Begegnungen mit Elefanten, Naßhörnern und Leoparden.

Arno

Donnerstag, 16. April 2015

Ein Schluck "Betrunkener Tiger"

Nach einem sehr guten Frühstück fuhren wir im Nebel durch die schöne Landschaft der Natal Midlands – ein fruchtbares Gebiet mit vielen Rinderherden.
 
In der Nottingham Road Brauerei, einer der ältesten kleinen Brauereien des Landes: Tyler, der junge Manager, erklärt uns die Besonderheiten der 5 Biersorten. Er geht auch auf die kreativen Biernamen ein, etwa Whistling Weasel (pfeifendes Wiesel) oder Drunken Tiger (betrunkener Tiger; dieses Bier hat den meisten von uns am besten geschmeckt). In der Brauerei wird noch alles von Hand gemacht, sogar das Verschweißen der Etiketten.

Nach dem Mittagessen ging es weiter zu den Howick Wasserfällen. Es ist Herbst in Südafrika. Durch Nebel, Kälte und Nieselregen erreichen wir unser heutiges Ziel: das Sanni Pass Hotel auf 2.473 Meter Seehöhe. Hier übernachten wir. Trotz mehrerer Stromausfälle genießen wir unser Abendessen in gemütlicher Atmosphäre und freuen uns schon auf unseren morgigen Ausflug nach Lesotho.

Hermann Kronsteiner

Erstes Foto-Shooting mit Pavianen

Die heutige Fahrt im Bus ist lang, aber beeindruckend. Wir haben uns die Landschaft nicht so grün vorgestellt. Das Schattenspiel der Wolken über den Bergen fasziniert mich. Zuerst denke ich, die dunklen Stellen an den Berghängen sind verbranntes Gras.

Viele Menschen wohnen in Blechhütten – unter Umständen, die für uns unvorstellbar sind. Trotzdem wirken sie zufriedener, als wir es oft sind.

Bei der Fahrt zu unserer nächsten Unterkunft erleben wir wieder eine Überraschung: Plötzlich taucht inmitten der Natur ein schönes Hotel auf. Alles ist sehr großzügig angelegt.

Nach dem Mittagessen, das uns sehr gut schmeckt, gehen wir auf Fotomotiv-Suche. Und siehe da, wir können die ersten Paviane knipsen.

Die Reise soll so schön und nett weitergehen. Wir sind eine tolle Gruppe!


Elisabeth und Karl Tratberger

Mittwoch, 15. April 2015

Menü mit Krokodil und Antilope

Nach unserer Ankunft in Johannesburg absolvierten wir gleich einen „Marathon-Tag“. Auf dem Programm standen dabei das Weltkulturerbe „Cradle of Humankind“ (Wiege der Menschheit), das Maropeng Center und die Sterkfontein Höhle. Hier hatten wir müde Krieger fast 200 Stufen zu bewältigen. Im Anschluss wurden wir mit dem sehr schönen Misty Hills Country Hotel entschädigt.  Wir bezogen die Zimmer und ruhten uns etwas aus.

Dann trafen wir uns zu einem Abendessen, das uns wirklich begeisterte: die verschiedenen Fleischsorten wurden direkt vom Spieß auf den Teller geschnitten. Es gab Rind und Huhn, aber auch Krokodil, Antilope und Kudu (eine spezielle Antilopenart). Alles schmeckte ausgezeichnet. Auf dem Tisch stand eine kleine „gehisste Fahne“. Wenn man die Fahne umlegte, war dies das Zeichen für den Kellner, dass man satt war. Müde fielen wir dann in unsere Betten.

Am nächsten Morgen stärkten wir uns, mehr oder weniger ausgeschlafen, an einem guten Frühstücks-Buffet. Um 7 Uhr 30 machten wir uns in die Provinz  KwaZulu-Natal zu den großen Drakensbergen auf.

Unser Busfahrer Abraham und unser Reiseleiter Alex (er kommt aus Holland und lebt seit 26 Jahren in Südafrika) überraschten uns damit, dass wir die Panoramaroute und nicht die Autobahn nahmen.

Wir fanden ein tolles Plätzchen für einen Fotostop und konnten dort entzückende afrikanische Tiere aus Ton erstehen. Danach ging es ins Hotel, wo wir ein Mittagessen einnahmen. Am Nachmittag  konnten wir die Umgebung genießen – ein Buschbock hat uns auch besucht. 

Elfi Meyer


PS: Unsere Mitreisende Hilde ließ sich durch die Drakensberge zu einem schönen Gedicht inspirieren:

Wo sanft das Abendlicht sich neigt
gehorsam die Natur hier spricht
Vogelgeschnatter
bewegtes Grün
Lebensfreude
gebrannte Haut
des Nachts die Stille.


Dienstag, 14. April 2015

Von Wien via München nach Johannesburg

Mir ging es wie immer vor Reisen: Schon am Tag vor der Abreise spürte ich, wie meine Aufregung stieg. Vieles war noch zu organisieren. Dazu kam, dass es meine erste Afrikareise war - und mein erster Langstrecken-Flug: Von München nach Johannesburg ist man 10,5 Stunden in der Luft.

Am Sonntag war es soweit: Mit dem Zug fuhren wir nach Wien. Gegen 15 Uhr trafen sich alle von Wien startenden Mitreisenden am Check-in des Flughafens. Monika und Moira von World Vision hatten alles gut vorbereitet, und so ging es recht schnell. Zugleich hatten wir Gelegenheit zu einem ersten Kennenlernen. Monika verließ uns dann wieder, während Moira uns auf der Reise begleiten wird. Um 17 Uhr konnten wir endlich an Bord gehen, um nach München zu fliegen. Dort stießen weitere sechs Reiseteilnehmer zu uns. Nun waren wir vollzählig.

Es war schon dunkel, als der Airbus der South African Airlines kurz nach 21.00 Uhr abhob. Viel geschlafen haben ich und die anderen Reiseteilnehmer nicht. Doch der Flug verlief bis auf ein paar Turbulenzen ruhig. Um 6.00 Uhr früh konnten wir durch die Flugzeugfenster einen wunderschönen Sonnenaufgang genießen. Auch ein Frühstück wurde uns serviert, bevor wir in Johannesburg landeten. Da die Einflugschneise des Flughafens im Nebel lag, machte der Kapitän zuvor eine ausgiebige Ehrenrunde. Wir waren erleichtert, als wir alle unser Gepäck wieder erhalten hatten. Vor dem Flughafen erwartete uns Alex, unser Guide. Mit einem etwas ehrfürchtigen Gefühl betrat ich erstmals afrikanischen Boden und wartete auf den Bus, der uns in den kommenden Tagen quer durch das östliche Südafrika begleiten wird.

Franz Asen

Montag, 13. April 2015

Auftakt zur Patenreise 2015 nach Swasiland

Die World Vision-Patenreise ins südliche Afrika hat begonnen! 19 Patinnen und Paten werden in den nächsten 2 Wochen Südafrika und Swasiland bereisen. Höhepunkt wird das Treffen mit ihren Patenkindern sein.

19 Patinnen und Paten aus Österreich haben sich gestern auf den Weg ins südliche Afrika gemacht. Heute sind sie gut in Johannesburg angekommen. Auf einer Rundreise werden sie zuerst Südafrika kennen lernen. Anschließend fahren sie in den benachbarten Kleinstaat Swasiland. Dort steht am 20. April 2015 ein Besuch in unserem abgeschlossenen Projekt Gilgal auf dem Programm. Am 21. und 22. April werden die Patinnen und Paten im Projekt Lubulini ihre Patenkinder treffen. 

In diesem Blog können Sie die Patenreise in den nächsten Tagen miterleben. Unsere Patinnen und Paten werden in Wort und Bild ihre Eindrücke schildern. Viel Freude beim geistigen Mit-Reisen!

Samstag, 12. April 2014

11. Tag: Zweiter Tag in Tram Tau und Motorradausflug

Heute fuhren wir morgens in die Schule von Tram Tau. Schon bei der offiziellen Begrüßung erkannte ich unser Patenkind A Lau, der in derselben Reihe wie wir saß. Er erkannte uns auch, sah jedoch anfänglich beharrlich in die Gegenrichtung. Aber nach der offiziellen Vorstellung saßen wir gemeinsam mit seinen Eltern und unserer Dolmetscherin zusammen. Wir tauschten unsere Geschenke aus. Von A Lau erhielten wir zwei selbstgemachte Flöten aus Bambus und Täschchen, die seine Mutter selbst genäht hatte. Wir stellten viele Fragen, ein Gespräch auf Englisch war leider nicht möglich. Auch A Laus Vater fragte uns einiges und lachte oft. Von unseren mitgebrachten Geschenken kamen der Fußball, das T-Shirt, die Kappe und eine Weltkarte besonders gut an. Anschließend besuchten wir das Klassenzimmer von A Lau, wo er uns seinen Sitzplatz zeigte.

Bei einer Tanzvorführung der Schüler machten wir alle mit. Beim Mittagessen legte uns seine Mutter das Essen auf die Teller. Die Fleischbällchen blieben übrig, besonders gut schmeckte ihnen der Reis, welchen sie in geriebenen Nüsse rollten. Danach verabschiedeten wir uns. A Lau blieb schüchtern vom Anfang bis zum Schluss.

Susanne Nabicht


Nach den üblichen Begrüßungsreden wurden unsere Patenkinder, die schon im Publikum saßen, nach vorne gerufen. Drei Mädchen waren dabei. Ich schätzte die Jüngste auf 4 bis 5 Jahre. Mein Patenkind konnte das doch nicht sein, die war doch schon sieben Jahre alt. Aber sie war es doch. Lan war ganz schüchtern und wollte mir nicht die Hand geben, sondern gleich ihre Geschenke an mich überreichen. Doch ihre Mutter hielt sie davon ab. Beide trugen H'Mong-Tracht. Auch die beiden anderen Mädchen sahen in ihrer Tracht entzückend aus.

Gemeinsam mit den Kindern saßen wir in einem eigenen Raum, wo wir uns mit Hilfe eines Dolmetschers unterhielten. Lan war immer noch schüchtern und brachte kein Wort heraus. Ein Teddybär aus meinem Rucksack brach dann doch das Eis. Sie sagte zwar noch immer nichts, schenkte mir aber schon ein ganz süßes Lächeln. Nachdem die Mutter auch kein Vietnamesisch sprach, fand die spärliche Unterhaltung mit dem Vater statt. Die Familie überreichte mir eine wunderschön bestickte Tasche, die die Mutter selbst angefertigt hatte. Gemeinsam sahen wir eine Tanzvorführung der Schulkinder und nahmen an einem Rundgang über das Schulgelände teil. Wir besuchten auch hier einen Kindergarten. Immerhin nahm mich mein Patenkind schon an der Hand und führte mich. Außerdem war sie ganz fasziniert, wie ich mir den Schweiß von der Stirn wischte, der mir in Strömen über das Gesicht lief. Sie selbst wirkte frisch wie ein Gänseblümchen.


Bei unserem gemeinsamen Mittagessen schmeckten ihnen die Gurken und die Wassermelonen besonders gut. Der Vater aß von den Fleischspießchen, da das die Familie nicht sehr häufig hat. Danach kam der Abschied. Lan hatte zwar noch immer kein Wort mit mir gesprochen, aber ich hatte trotzdem den Eindruck, dass wir uns ganz gut verstanden. Auf alle Fälle würde ich in ein paar Jahren sehr gerne wiederkommen, um die Entwicklungen im Projekt zu sehen und herauszufinden, was aus meinem Patenkind geworden ist.

Ingrid Schwaller

Für jene von uns, „die nichts mehr zu verlieren hatten“, - also nicht für alle - ging es nach einer erholsamen Mittagspause zuerst 1 Kilometer zu Fuß und dann per Motorrad in die Berge zu den Häusern der Volksgruppe der H`Mong. Allen wurde ein Fahrer zur Verfügung gestellt – ganz wenige durften auch mit einer Fahrerin vorlieb nehmen. Etwa 15 Minuten lang ging es über steinübersäte Wege und enge Betonpfade in schwindelerregende Höhen - vorbei an Wasserbüffeln und vietnamesischen Hausschweinen. Immer wieder hatten wir einen herrlichen Ausblick auf das Tal.

Oben konnten wir eine gerade stattfindende Ernährungsberatung beobachten. Wir sahen auch, dass die Schweine frei herumlaufen - also echt „bio“ sind. Die Wohnhäuser der H´Mong durften wir von innen bestaunen: Sie bestehen aus einem größeren rechteckigen Holzbau, der innen einen festgestampften Lehmboden hat. An den Ecken sind die Schlafräume mit Holz abgetrennt. Kein Fenster, kein Rauchfang. In der Küche wird am offenen Feuer gekocht. Die landwirtschaftlichen Geräte, das Saatgut und ein Fernseher nehmen den übrigen Platz ein.

Zuletzt besuchten wir noch eine Schule, bei der gerade die Toiletten als Nebengebäude errichtet werden, und das örtliche Versammlungsgebäude, wo wir Männer, Frauen in Tracht und spielende Kinder antrafen. Dann wagten wir uns mit unseren Motorradfahrer(innen) an die Abfahrt. Als der Bus in Sichtweite kam, löste sich die Anspannung, und ein Lächeln beendete sowohl bei uns Fahrgästen als auch bei den Fahrern den nicht alltäglichen Trip.

Erich Kiesenhofer

Freitag, 11. April 2014

10. Tag: Wir treffen die Patenkinder in Tram Tau

Heute ging es zeitig in der Früh los. In zwei Kleinbussen machten wir uns auf den Weg in die Region Tram Tau, wo World Vision seit 2008 ein langfristiges Entwicklungsprojekt durchführt. Wir fuhren auf einer kurvigen und zum Teil holprigen Straße durch eine grüne Landschaft. Langsam wurden die Berge immer höher. Wir kamen durch einige Dörfer der ethnischen Minderheiten der Thai und H'Mong. Diese Volksgruppen erkennt man an ihren unterschiedlichen Trachten: Die Thai-Frauen tragen schwarze, knöchellange Röcke und die H'Mong bunte, kurze Röcke.

Unser erstes Ziel war eine Schule. Um dorthin zu gelangen, mussten wir ein Stück zu Fuß gehen. Die Schüler erwarteten uns schon und tanzten für uns mit viel Eifer zu "Macarena". Es folgten typische Folkloretänze und eine Gesangsdarbietung. Es war einfach toll! Anschließend besuchten wir einen Kindergarten. Die Kleinen waren gerade beim Mittagessen und hielten danach ihren Mittagsschlaf.

Im Gemeindezentrum erfuhren wir mehr über Tram Tau. Die Region gehört zu den ärmsten in Vietnam. 60 Prozent der Bewohner leben unter der Armutsgrenze, 80 Prozent haben keine sanitären Einrichtungen, viele Kinder sind unterernährt. Durch die Arbeit von World Vision hat sich schon einiges verbessert, aber es gilt, noch viele Herausforderungen zu bewältigen. In einem typischen Lokal bekamen wir, auf dem Boden sitzend, unser Mittagessen. Wir wurden liebevoll betreut und es war sehr gemütlich.

Langsam näherten wir uns dem Dorf Hat Luu, wo uns der Höhepunkt des Tages erwartete. Der ganze Ort war unterwegs, um mit uns gemeinsam zu feiern. Die Frauen trugen ihre Festtagsgewänder. Rund 700 Personen fanden sich im örtlichen Kulturhaus ein, unzählige wollten uns die Hand geben. Sie strahlten soviel Wärme und Freude aus. Nach einigen Ansprachen war es dann soweit: Endlich lernten wir unsere Patenkinder kennen.

Dietmar Umdasch:
Ein Spalier von Kindern heißt uns willkommen. Eines der Mädchen kam mir bekannt vor. Tatsächlich -  es ist Chin mein Patenkind, das ich bisher nur von Fotos kannte. Sie trägt die traditionelle Tracht. Chin ist nicht das kleine, schüchterne und verschreckte Mädchen, das ich erwartet habe, sondern ein selbstbewusstes, junges Mädchen. Chin erzählt mir von ihrer Familie, ihrer Schule (sie mag am liebsten Mathematik) und dass sie gerne Federball spielt.

Chin will auch von mir etwas über meine Familie und meine Hobbys hören. Mittlerweile hat sich auch ihr Vater zu uns gesellt und begrüßt mich herzlich. Er bedankt sich für die Unterstützung, und Chin lächelt. Was ist schöner als das Lächeln eines glücklichen Kindes! Wir tauschen unsere Geschenke aus. Ich bekomme einen wunderschönen Schal, den ihre Mutter gestickt hat. Bei meinen Geschenken strahlt Chin, besonders angetan hat es ihr der kleine Teddybär, den sie immer wieder aus dem Rucksack herausnimmt und trägt. Als wir durch das Dorf gehen, um uns die Projektarbeit anzusehen, nimmt der Vater Chin bei der Hand. Ich glaube, dass er ein guter und liebevoller Vater ist. Die Zeit vergeht wie im Flug, und es kommt der Moment des Abschieds. Liebe Chin, du hast mir einen wunderschönen Tag geschenkt. Auch wenn wir uns nicht mehr sehen sollten, ich werde dich nicht vergessen.

Brigitte Nagele:
Ich bin Patin eines 8-jährigen, sehr zarten Mädchens. Van ist sehr schüchtern, ihre Mutter dafür sehr offen. Ich habe Van eine Puppe und einen Pandabären mitgebracht. Sehr scheu zeigte sie mir ihre Freude darüber, aber die vielen jungen Mütter, die um uns herumstanden, waren begeistert. Jede wollte die Puppe in die Hand nehmen und den Bären drücken. Ich fand das sehr amüsant. Ich habe mich mit Van und ihrer Mutter unterhalten. Leider mussten sie sich dann verabschieden, weil sie einen weiten Heimweg hatten.

Auf die Treffen der Paten mit ihren Patenkindern folgten Spiele, an denen wir Paten uns alle fleißig beteiligten. Das war bei der Hitze keine Kleinigkeit. Wir hüpften zwischen Bambusstangen, maßen unsere Kräfte und hatten Spaß beim Schnurspringen. Am Ende waren wir erschöpft, aber begeistert. Wir stärkten uns bei einem köstlichen Abendessen, das die Thai liebevoll für uns zubereitet hatten.

Nach dem Essen gab es eine Tanzvorführung von jungen Frauen, und wir konnten mittanzen. Zuwunderbarer vietnamesischer Musik bewegten wir uns alle Hand in Hand um ein riesiges Lagerfeuer. Jeder von uns wurde von der Begeisterung mitgerissen.

So einen herrlichen Abschied haben wir wahrscheinlich alle noch nie erlebt. Wir wurden umarmt und haben unzählige Hände geschüttelt. Immer wieder wurden wir gefragt, ob wir eines Tages wiederkommen werden. Nach gut einer Stunde Heimfahrt kamen wir müde, aber glücklich im Hotel an. Ein wunderbarer, emotionaler und aufregender Tag war zu Ende.

Brigitte Nagele
Dietmar Umdasch

Donnerstag, 10. April 2014

9. Tag: Das Abenteuer beginnt

Heute gibt es keinen Weckruf!

Wir genießen unser Hotel in Hanoi, besonders das Bad und das reichhaltige Frühstück. Um 10.00 Uhr geht die Reise weiter in den Norden Vietnams. In der Stadt Hanoi sind die Menschen schon sehr fleißig, es gibt auch hier jede Menge Mopeds, Autos und vor allem viel Gehupe - damit alle anderen ausweichen. Wir verlassen den touristischen Teil Vietnams. Das Abenteuer beginnt.

Die Gegend ist sehr fruchtbar. Wir fahren an Reis- und Gemüsefeldern vorbei: Tomaten, feine, zarte
Gemüsesorten, Gurken und Melonen. Tapiokapflanzen werden zum Teil auf Erdhügeln angebaut. Bambus und Bananen säumen die Straßen, ebenso Mango- und Litschibäume. Vereinzelt sehen wir Rambutanbäume. Die Landschaft wird zunehmend hügeliger. Teeplantagen ziehen sich über die Hügel. Fleißige Menschen arbeiten im steilen Gelände.

Unser Mittagessen kaufen wir in einem kleinen Geschäft an der Straße: Kekse, Getränke, Ananas, Bambus, frischen Grüntee und einiges mehr. Nach 7 Stunden Busreise kommen wir nach Nghia Lo.
Das schöne Hotel ist für uns eine große Überraschung. Es gibt saubere Zimmer mit Bad. Das haben wir so nicht erwartet. Endlich können wir unsere schweren Koffer ausräumen. Die Geschenke für die Kinder im Projekt stehen bereit.Wir treffen die örtlichen Betreuer von World Vision zu einem gemeinsamen Abendessen. Hier erfahren wir das Programm für die kommenden zwei Besuchstage. Wir sind alle schon sehr gespannt und auch aufgeregt, was uns alles erwarten wird.


Stefanie Lindner und Marieluise Reinhart

Mittwoch, 9. April 2014

8. Tag: Wasserpuppentheater in Hanoi

Mit einem Blick vom 12. Stock unseres Hotelzimmers verabschiede ich mich von der einzigartigen Bucht von Ha Long. Weiter geht es mit dem Bus nach Hanoi, das rund 170 km entfernt liegt. Die vierstündige Fahrt ist durch unseren humorvollen Reiseleiter mit reizendem Akzent kurzweilig. Das Thema Durchschnittszahlen stellt unser Reiseleiter so dar: Zwei Personen sitzen am Tisch und vor ihnen liegt ein Huhn. Der eine isst das Huhn und der andere sieht ihm dabei zu - hat dann jeder durchschnittlich 1/2 Huhn gegessen?

Unterwegs besuchen wir eine Keramikfabrik - eine gute Gelegenheit, den jungen Vietnamesinnen beim Bemalen der Teekannen und Teller über die Schulter zu sehen. Hanoi wirkt auf mich genauso lebendig wie Saigon. Hanoi in Nordvietnam ist die Hauptstadt des gesamten Landes und hat über 6 Millionen Einwohner. Saigon, wo unsere Reise begonnen hat, ist noch größer und hat sogar über 8 Millionen Einwohner.

Unsere Stadtbesichtigung beginnt beim konfuzianischen Literaturtempel. Diese Anlage war nie ein Tempel im religiösen Sinn, sondern diente seit 1070 als kaiserliche Akademie Vietnams, an der die Söhne der Mandarine und begabte Kinder der Aristokratie unterrichtet wurden. Danach schlängeln wir uns durch die Gassen des riesigen Marktes.

Erstaunlich, das wir in diesem unbeschreiblichen Getümmel wieder mit allen 24 Personen beim Wasserpuppentheater ankommen. Das Wasserpuppentheater gibt es nur in Vietnam. Dabei dient ein Wasserbecken als Bühne. Die Puppen sind bis zu 1 Meter groß und werden mit bis zu 4 Meter langen Stangen bewegt. Die Stangen befinden sich unter der Wasseroberfläche, die Puppen darüber. Eine Stunde lang auf einem bequemen Sessel den Puppen zuzusehen, ist herrlich, und die traditionelle Musik geht wirklich ins Ohr.

Ottilie Steiner

Dienstag, 8. April 2014

7. Tag: Unter diesem Stern sind wir täglich unterwegs!

Ich sitze im 12.Stock eines Superhotels in Ha Long. Vor mir breitet sich die Ha Long-Bucht aus – ein Bild, wie geschaffen für ein kitschiges Fotoalbum. Doch was ist heute passiert?

Wir haben heute gesehen, dass die Vietnamesen ein fleißiges, früh aufstehendes Volk sind – wir haben das nicht gerne überprüft, aber wir mussten: Weckzeit war heute um 4 Uhr 45, Abfahrt Richtung Flughafen um 5 Uhr 30, Einchecken und Abheben Richtung Hai Phong um 7 Uhr 30. Nach ein paar Absackern beim Durchfliegen der Wolkendecke („Aaaaaah“, „Oooooooh“, aber auch „Iiiiiiiiiiiiiih“ waren zu hören) erreichten wir Hải Phòng um 9 Uhr. Unser neuer Reiseleiter Herr Sung holte uns vom Flughafen ab. Im Bus ging es Richtung Ha Long. Herr Sung hat früher in der DDR gearbeitet. Er erzählte uns, dass ein Teil seines Lohnes in der DDR einbehalten wurde, um die Schulden Vietnams zu tilgen.




Hai Phong ist die drittgrößte Stadt Vietnams mit sehr vielen gut erhaltenen Kolonialbauten – das haben wir
zumindest vom Bus aus gesehen. Was mich an den Städten hier fasziniert, ist die Stromversorgung – fast kein einziges Kabel liegt unterirdisch. Man sieht oberschenkeldicke Kabelstränge an Strommasten am Straßenrandigungen; teilweise schlängeln sich die Leitungen durch Bäume hindurch – ein Wirrwarr an Stromleitungen: ein Eldorado für Elektriker und alle, die es noch werden möchten.

Auf unserer Busfahrt nahm die Lichtstärke durch Wolken immer weiter ab – es setzte dann die Luftreinigung mittels intensiven Regen ein. Ich weiß nicht wohin die vielen Mopeds verschwanden, aber auf einmal waren nur mehr Gefährte mit Dach unterwegs – unser Bus war aber auch nicht ganz dicht, sodass der Beifahrer die Rinnsale am Mittelgang mittels Fetzen zu bändigen versuchte – es gelang ihm. Nachdem das vorgesehene Schiff für den Ausflug in die die Ha Long-Bucht keine Auslaufgenehmigung wegen des schlechten Wetters bekam, checkten wir um 11 Uhr in diesem schönen Hotel ein, aus dem die Aussicht auf die Ha Long-Bucht überwältigend ist.

Die kleine Pause im Hotel tat allen gut. Um 12 Uhr 30 ging es dann vom Hotel zum Hafen. An Bord unseres Ausflugsschiffes wurden wir mit einem Mittagessen bei Laune gehalten: Meeresfrüchte in allen Varianten – und wir hatten das Schiff für unsere Reisegruppe alleine. Von Herrn Sung erfuhren wir, dass es in der Ha Long-Bucht 1969 Inseln gibt, die Bucht zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört und dass die Zahl der Schiffe von 30 im Jahr 1990 auf derzeit über 600 explodiert ist. Während wir aßen, tauchten wir ein in diese faszinierende Inselwelt – einige von uns gingen nach draußen, um sich dort „satt“ zu sehen: man gleitet mit dem Boot fast lautlos durch diese fantastische Kulisse. Überall grüne, steil abfallende Inseln, Adler kreisen am Himmel; eine Insel hat die Form eines Daumens, und sie heißt auch so – und sie ist grün: Der grüne Daumen ist also hier in der Ha Long Bucht beheimatet.

Ja, dieses geruhsame leise Dahingleiten in dieser Naturkulisse lässt einen fast gläubig werden („denn Gott wird in der Schöpfung wahrgenommen“), wenn ….Wir verbrachten vier Stunden auf dem Wasser, dann fuhren wir ins Hotel zurück. Abendessen ist heute um 19 Uhr 30 angesagt. Ich will Euch kein Foto davon schicken – um sabbern zu vermeiden!     

Erich Kiesenhofer

Montag, 7. April 2014

6.Tag: Begegnung mit meinen Patenmädchen Diem & Ny

Rund 12.000 Kinder leben im Projektgebiet Hiep Duc. Den Lebensweg von zwei dieser Kinder konnte ich seit 12 Jahren mitverfolgen. Beide sind inzwischen junge Frauen. Und beide durfte ich heute erstmals persönlich treffen. Gut, dass ich wasserfeste Mascara mithatte.

Nach zwei Stunden Fahrt durch eine fruchtbare Landschaft mit grünen Reisfeldern erreichten wir unser Ziel. World Vision-Mitarbeiter und Vertreter der lokalen Regierung bereiteten uns einen herzlichen Empfang.
Nghia, der  Manager des Regionalentwicklungsprogramms Hiep Duc, berichtete von den Errungenschaften, die in Hiep Duc seit dem Jahr 2000 erreicht wurden. Was der Projektmanager in sehr positiven Zahlen schilderte, wurde dann im Bericht der Mutter eines Patenkindes lebendig. Sie konnte durch verbesserte landwirtschaftliche Anbaumethoden ihren Ernteertrag so verbessern, dass jetzt ihre 2 Töchter studieren können.

Auch mein erstes Patenkind Diem, die älteste von 5 Schwestern, konnte ein Studium abschließen. Diem erzählte uns, wie sehr World Vision geholfen hat, ihren Lebenstraum zu verwirklichen und zu studieren. Auch meine jährliche Sonderspende half, die Studiengebühren zu bezahlen. So schwierig die Lebenssituation nach dem Tod ihres Vaters auch war: Keines der Kinder musste die Schule aufgeben, und auch Diems jüngere Schwester studiert jetzt Medizin.

Mein jetziges Patenkund Ny ist die Schwester von Diem und steht kurz vor dem Abitur. Ich bin sehr stolz auf meine Patenmädchen. Durch den intensiven Briefkontakt hatten wir eine sehr schöne Beziehung aufgebaut. Als wir uns jetzt endlich gegenüberstanden und umarmten, waren wir zu Tränen gerührt.

Als wir gemeinsam eine Schule besuchten trafen wir Schüler und Schülerinnen, die, obwohl Sonntag, an einem Projektwettbewerb teilnahmen. Verschiedene Umweltthemen wurden von den 12- bis 15-jährigen Mädchen sehr selbstbewusst vorgetragen. Beim gemeinsamen Mittagessen mit unseren Patenkindern legten mir Diem und Ny die besten Bissen vor, zeigten mir den Umgang mit Essstäbchen und erklärten mir, dass man die Hühnerknochen diskret unter den Tisch wirft.

Beim Abschied, der viel zu rasch kam, flossen die Tränen. Im September dieses Jahres wird sich World Vision aus dem Projektgebiet Hiep Duc zurückziehen. Die Bevölkerung wird erfolgreich eigenverantwortlich weitermachen, und leider werde ich keinen weiteren Kontakt zu meinen beiden Patenkindern haben.
Beeindruckt von den vielen positiven Erlebnissen kehrten wir nach Hoi An zurück, wo wir einen spektakulären Sonnenuntergang über dem Fluss erlebten.

Astrid Stenzel