Reisetagebucheintrag 13. April 2014:
Heute ist es also soweit, ich begebe mich auf die große Reise. Zum ersten Mal im Leben und mutterseelenallein verlasse ich Europa - und beende damit mein Dasein als Angehörige einer aussterbenden Minderheit: Denn welcher Europäer kann heute noch mit Fug und Recht von sich behaupten, den eigenen Kontinent noch nie verlassen zu haben?
Wie dem auch sei, das ist nun vorbei: Afrika, ich komme!
Die Reisevorbereitungen gestalteten sich - meinem beschränkten Erfahrungshorizont entsprechend - gefinkelt. Aufgrund meiner allzu naiven Fragen von Kollegen und Freunden gleichermaßen belächelt, sammelte ich in den Wochen vor dem großen Abenteuer still und heimlich alle mir relevant erscheinenden, sachdienlichen Hinweise, die ich finden konnte. (So erfuhr ich etwa, dass der Biss der bis zu 4,5 Meter langen, in Süd- und Ostafrika beheimateten schwarzen Mamba zwar absolut tödlich, aber trotzdem halb so wild ist, weil das starke Gift den Gebissenen offenbar in einen morphinähnlichen Rausch versetzt, der von diesem als durchaus angenehm empfunden wird. Das hat mich ungemein beruhigt, zumal Begegnungen zwischen Mensch und der größten und schnellsten Giftschlange Afrikas laut Wikipedia häufiger stattfinden, als angenommen.)
Wie auch immer: Morgen Früh betrete ich erstmals afrikanischen Boden...
Elisabeth Amann, World Vision Österreich
PS: Ich entschuldige mich hiermit gleich prophylaktisch für meinen gesamten Blog dafür, dass ich mir sparen werde, die politisch natürlich völlig korrekte Genderschreibweise mit Binnen-I (und schon gar die platzraubendere Variante mit -innens und -ers, oder was auch immer) zu benutzen. Ich kann versprechen, dass dies nur aus Gründen der besseren Lesbarkeit (und zugegebenermaßen auch aus Gründen meiner eigenen Bequemlichkeit) geschieht. Gemeint sind natürlich immer beide Geschlechter.
Posts mit dem Label Reise werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Reise werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 13. April 2014
Donnerstag, 7. November 2013
Rückkehr aus Sierra Leone
Das Reiseteam mit unseren
beiden Kollegen Elisabeth Donnaberger und Anton Kühnelt-Leddihn sind am
Wochenende wieder gut in Österreich gelandet – und können von einer
erfolgreichen Reise berichten! Wie Ihr gelesen habt, hatte das Ärzteteam des
Sanatoriums St. Leonhard in Sierra Leone Hervorragendes geleistet. Auch der ORF, die
Kronen Zeitung und die Zeitung „Politico“ aus Sierra Leone haben darüber
berichtet!
Montag, 4. November 2013
Sierra Leone - Letzter Tag
Es geht nach Hause, heute müssen wir Abschied nehmen von der wunderbaren
Landschaft und vor allem von den wundervollen Leuten, die uns so herzlich aufgenommen
haben. Müde, aber voll mit den vielen Eindrücken und Erlebnissen in diesen
beiden Wochen machen wir uns auf von Koidu nach Boh und dann Freetown, wo wir
noch eine kleine Nachbesprechung mit dem National Director haben.
![]() |
|
Unsere Reisegruppe bei der Abfahrt in Koidu/Kono
|
Die Tage im Feld waren für alle eine Herausforderung und eine emotionale
Achterbahnfahrt. Auf der einen Seite standen die Armut und auch eine
Hilflosigkeit von uns, alle Probleme lösen zu können. Auf der anderen Seite
haben wir die wundervolle Arbeit von World Vision Sierra Leone gesehen, die
eine Hoffnung in sich trägt, wie uns die Einheimischen regelmäßig berichtet
haben. In diesem Land schlummert viel Potenzial, und wir sind sicher, dass wir
das nächste Mal einen großen Fortschritt sehen werden!
Abschließend danke an alle, die mitgemacht und mitgeholfen haben, aber
auch allen, die unseren kleinen Blog verfolgt haben! Hier im Feld kann man
direkt erleben, wie wichtig die Paten sind, die diese Arbeit erst ermöglichen.
Bye Bye from Sierra Leone
Anton
Kühnelt-Leddihn
Samstag, 2. November 2013
Sierra Leone - Tag 9: Der Abschied naht
Vom Tag vor der Rückreise berichtet die ORF-Journalistin Silvia
Fleck.
Die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen. Sogar hier in Afrika, wo Zeit
normalerweise kein Maßstab und wenn überhaupt ein sehr dehnbarer Begriff ist. Neun
Tage haben wir miteinander verbracht, gemeinsam durchgeschüttelt von den
bereits besungenen afrikanischen "Straßen", beim Fieldwork in den
östlichen Provinzorten Fiama und Soa, beim gemeinsamen Abendessen (Reis und
Geflügel - wir träumen alle schon von einem Pitstop bei Burger King am
Flughafen Heathrow :)). Wir funktionieren erstaunlich gut als Team, für eine
sich mehrheitlich fremde, zusammengewürfelte Truppe. Kein Lagerkoller
bislang...aber wir haben noch roughly 48 Stunden Zeit dazu - Flug inklusive. Es
war eine intensive
Erfahrung, viele Bilder haben sich eingebrannt ins Gehirn, viele davon werden wohl erst richtig verarbeitet, wenn die Ruhe und der Alltag des Zuhauses wieder eingekehrt sind. Ruhe und Gelassenheit sind im Übrigen zwei Eigenschaften, die sich wohl lohnen, von hier in unsere westliche Welt importiert zu werden. Ich habe viel gelernt in den letzten Tagen. Und ich zolle allen Respekt, die ihr Leben dem Helfen verschrieben haben. Egal ob für World Vision, Unicef, Word Food Programme... dazu muss man wohl berufen sein, um sich dem Elend, der Armut und auch der eigenen Hilflosigkeit so kompromisslos zu stellen. Chapeau vor unserem Medical Team...ihr wart unglaublich zäh, unprätentiös und wolltet einfach helfen!!! Schön, dass ich als Beobachterin ein kleiner Teil davon sein durfte!
Erfahrung, viele Bilder haben sich eingebrannt ins Gehirn, viele davon werden wohl erst richtig verarbeitet, wenn die Ruhe und der Alltag des Zuhauses wieder eingekehrt sind. Ruhe und Gelassenheit sind im Übrigen zwei Eigenschaften, die sich wohl lohnen, von hier in unsere westliche Welt importiert zu werden. Ich habe viel gelernt in den letzten Tagen. Und ich zolle allen Respekt, die ihr Leben dem Helfen verschrieben haben. Egal ob für World Vision, Unicef, Word Food Programme... dazu muss man wohl berufen sein, um sich dem Elend, der Armut und auch der eigenen Hilflosigkeit so kompromisslos zu stellen. Chapeau vor unserem Medical Team...ihr wart unglaublich zäh, unprätentiös und wolltet einfach helfen!!! Schön, dass ich als Beobachterin ein kleiner Teil davon sein durfte!
Silvia Fleck
Freitag, 1. November 2013
Sierra Leone - Tag 8: Mutter- und Babyschutz durch Geburtsgymnastik
Heute war das Ziel Nachhaltigkeit. Unsere Hilfe in
einem Bezirk mit mehr als 200.000 Menschen war nur ein Tropfen auf den heißen
Stein, wenn wir nicht nachhaltig etwas verändern können. Deswegen wurden heute
alle Krankenschwestern aus den Gesundheitsstationen nach Koidu gebracht. Unsere
Ärzte boten ihnen einen Tag Training in den wichtigsten Maßnahmen an. Da ging
es um Kindernotfälle und die Schemen dazu. Im Fall der Frauen wurden den
Krankenschwestern die wichtigsten Dinge bei einer Geburt noch einmal gezeigt
und - was unscheinbar wirken mag - Gymnastik nach der Geburt. Nur mit der
richtigen Gymnastik werden so Komplikationen bei der nächsten Geburt
verhindert.
Die Schwestern zeigten sich alle sehr begeistert. Nicht oft haben
sie die Möglichkeit, von so erfahrenen Ärzten zu lernen! Das Wichtigste ist
aber, dass alle Schwestern die Übungen sofort nachmachten, bis alle sie
beherrschen. Am Anfang lachten noch viele über die Turnübungen, aber mitgemacht
haben sie alle begeistert.
![]() |
| So schön ist es im Osten von Sierra Leone! |
Anton
Kühnelt-Leddihn
Abonnieren
Posts (Atom)



