Freitag, 4. April 2014

Tag 4: Hue, Vietnams frühere Hauptstadt


Wir sind in Hue angekommen, das von 1802 bis 1945 die Hauptstadt Vietnams war. Hue liegt 1.000 Kilometer nördlich von Saigon in Zentralvietnam. Als wir heute in der Früh aus dem Fenster schauen, ist der Himmel bedeckt. In der Nacht hat es geregnet. Beim Verlassen unseres Hotels ist die Luft angenehm frisch.

Eine Vietnamesin kommt uns entgegen. Sie knabbert an einem Maiskolben und trägt eine blaue Regenpelerine. In ihren Händen hält sie weitere Pelerinen und Schirme, die sie uns verkaufen möchte.
Die Rikscha-Fahrer und Herr Nam, unser Reiseleiter, erwarten uns schon. Wir machen uns auf in Richtung Zitadelle. Eine einfache Fahrt - wenn wir allein auf der Straße wären. Doch wir sind nicht allein. Scharen von Fahrrädern, Mopeds und Autos tummeln sich um uns herum. Sie fahren kreuz und quer, nebeneinander, miteinander, gegeneinander – wir wundern uns, dass es nicht kracht. Wir überqueren den Fluss Huong, den Fluss der Wohlgerüche. Mit unglaublichem Geschick bringen uns die Rikscha-Fahrer an unser Ziel.

Die 10 Kilometer lange Festungsmauer der Zitadelle ist von einem 40 Meter breiten Wassergraben umgeben.


Die Zitadelle war einst der Staat im Staat, ihre Gliederung entsprach dem Grundriss von Peking. Die Anlage widerspiegelt die Macht und den Prunk der Nguyen-Dynastie. Wir spazieren durch die Zitadelle, die Kaiserstadt und die verbotene Stadt.

Wir erreichen die Pagode der Himmelsgöttin Chuan Thien Mu, eines der am meisten verehrten HeiligtümerVietnams. Oben angekommen, sehen wir die Bergkette Hoang Son an der Grenze zu Laos. Von dort geht es zum Mittagessen ins Restaurant Banana Flower. Dort erwartet uns die Frau, die wir am Morgen vor dem Hotel gesehen haben. Wieder bietet sie ihre Schirme und Pelerinen an sowie die Möglichkeit, Geld zu wechseln. Im Restaurant stärken wir uns mit einem typisch vietnamesischen Menü mit mehreren Gängen.

Als nächstes stehen die Kaisergräber von Hue auf dem Programm.

Wir spazieren durch die künstlich angelegte Landschaft. Unser Reiseleiter erklärt uns anschaulich die Geschichte des Ortes. 3.000 Zwangsarbeiter mussten diese gewaltige Anlage errichten, zu der sieben Grabmäler von Nguyen-Herrschern des 19. und 20. Jahrhunderts gehören. Auch die Statuen sind nach chinesischem Vorbild geschaffen. In Hue wird derzeit renoviert, und das ist auch notwendig. Denn alles ist schon etwas baufällig.

Den Schlusspunkt bildet der Besuch des ehemaligen Eunuchen-Tempels, zu dem ein Kloster gehört. 100 Meter sind es vom Bus zum Tempel, hat unser Reiseleiter angekündigt  - dann waren es doch einige Meter mehr.


Zum Abschluss unser Zitat des Tages:
„Es gibt ein unfehlbares Rezept, eine Sache gerecht unter 2 Menschen aufzuteilen: Einer der beiden darf die Portionen bestimmen und der andere hat die Wahl.“

Susi Nabicht
Brigitte Schmidt



Donnerstag, 3. April 2014

Tag 3: Saigon und Cu Chi

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit europäischen und vietnamesischen Speisen ging es heute schon um 8.00 Uhr los. Wir machten uns auf den Weg nach Cu Chi, um die Tunnel der vietnamesischen Partisanen aus dem Vietnamkrieg zu besuchen.

Vorbei an wunderschönen Grünanlagen verließen wir Saigon, das heute Ho-Chi-Minh-Stadt heißt und 8,2 Millionen Einwohner hat. Sogar auf den Mittelstreifen der Straßen wachsen hier Blumen, gepflegte Büsche und kleine Bäumchen, die formschön geschnitten sind. Der Verkehr ist extrem dicht, mit Abertausenden von Mopeds. Wesentlich mehr noch als etwa in Indien. Unser Reiseleiter Toan sagte uns, dass früher ein Moped um 300 US-Dollar zu haben war, heute bezahlt man bereits 800 bis 2.000 US-Dollar. Dafür gibt es nun auch bessere Qualität. Luxusautos wie Mercedes oder BMW sind in Vietnam etwa dreimal so teuer wie bei uns. Nachdem hier alle wie die Verrückten fahren, gab es im Jahr 2013 über 10.000 Tote bei Motorradunfällen.

Wir erfuhren einiges über den Vietnamkrieg und seine Auswirkungen. Insgesamt wurden im Vietnamkrieg 3,4 Millionen Menschen getötet, darunter 2 Millionen Zivilisten. Weitere 2 Millionen Menschen wurden verstümmelt und 5,6 Millionen durch Giftgas geschädigt. Heute noch sind 6,6 Millionen Hektar  - das sind 21 Prozent der Landesfläche - mit Blindgängern und Minen verseucht. 300.000 Vietnamesen gelten als vermisst.

In Cu Chi wurden bis 1972 über 250 km Tunnel von den Partisanen gebaut. Wir konnten die Einstiege, in die nur die schlanken Vietnamesen passen, Luftlöcher, Fallen und Schächte auf dem Gelände sehen.

Ganz Mutige aus unserer Gruppe, die weder an Platzangst noch an Rücken- oder Kniebeschwerden leiden, kletterten gebückt und in der Hocke in einen dieser unterirdischen Tunnel, um ca. 20 Meter bis zum nächsten Ausstieg zu gelangen.

Die Hitze und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit machen nicht nur uns zu schaffen, auch die Vietnamesen schwitzen.


Zum Mittagessen ging es dann in das Restaurant "Château", wo wir ein siebengängiges Menü vorgesetzt bekamen, das wirklich ausgezeichnet war. Bei den künstlerisch dekorierten Speisen hat auch das Auge mitgegessen. Die Währung Dong ist für uns noch gewöhnungsbedürftig. 1 Euro sind ca. 29.000 Dong. In Vietnam sind wir jetzt alle Millionäre.

Nachdem sieben Gänge doch einige Zeit in Anspruch nehmen, blieb am Nachmittag nur mehr wenig Zeit, um das Kriegsmuseum, die Post (ein alter Bahnhof) und die Kathedrale Notre Dame zu besuchen.

Im Kriegsmuseum gibt es eine Fotoausstellung über Kriegsberichterstatter aus den USA, Australien, Deutschland und auch Österreich.
Diese Fotos zeigen den Schrecken des Krieges für alle, die darin verwickelt waren. Die Kathedrale soll eine Nachahmung der Notre Dame in Paris sein, sieht ihr aber überhaupt nicht ähnlich. Das gesamte Material für den Bau, bis zum letzten Nagel, wurde aus Frankreich herbeigeschafft. Leider ging sich eine längere Stadtrundfahrt nicht mehr aus, denn wir mussten zum Flughafen, um nach Hue zu fliegen. Dort geht unsere Reise dann morgen weiter.

Ingrid Schwaller

Mittwoch, 2. April 2014

Tag 2: Ankunft in Ho-Chi-Minh-Stadt!

Wir sind in Vietnam! Hurrah! Beim Umsteigen in Doha haben wir zwei weitere Teilnehmer unserer Reise getroffen. Und schließlich haben wir dann zu Mittag vietnamesischer Zeit Ho-Chi-Minh-Stadt erreicht, das auch unter dem früheren Namen Saigon bekannt ist. Bei tropischen 34°C und nach der langen Flugreise hatten wir am Nachmittag schließlich ein wenig Zeit zum Akklimatisieren. Einige von uns haben einen ersten Spaziergang in die Stadt unternommen, andere noch etwas Schlaf nachgeholt.

Am Abend haben wir eine Schifffahrt auf dem Saigon-Fluss genossen. Bei einem köstlichen vietnamesischen Abendessen (Foto oben) und mit vietnamesischer Live-Musik (Foto links) konnten wir den Tag gemütlich ausklingen lassen. Auch die letzten 3 Mitglieder unserer 24-köpfigen Reisegruppe sind am späten Abend zu uns gestoßen. Wir sind komplett und bereit, Vietnam besser kennen zu lernen.

Monika Nnamdi

Dienstag, 1. April 2014

Vietnam, wir kommen!

Heute Nachmittag haben wir uns am Flughafen Wien getroffen. Wir - das sind 19 World Vision-Paten, die in den kommenden eineinhalb Wochen Vietnam bereisen werden. Im Gepäck ist wohl bei uns allen die Vorfreude auf 12 hoffentlich schöne gemeinsame Tage.

Noch ist unsere Patenreisegruppe nicht vollständig: Fünf Mitreisende werden erst in Doha und Saigon zu uns stoßen. So, jetzt aber ab zum Boarding. Wir werden Euch in den kommenden Tagen von unserer Reise berichten. 

Monika Nnamdi

Montag, 31. März 2014

Vietnam-Patenreise 2014: morgen geht's los


Morgen, am 1. April 2014, machen sich 24 Patinnen und Paten aus Österreich zu einer 12-tägigen Reise nach Vietnam auf. Wir wünschen ihnen eine gute Reise & viele bereichernde Erlebnisse!

Schon 2007 besuchten Paten aus Österreich Vietnam (Foto links). Der Tag bei den Patenkindern im Projektgebiet Hiep Duc war der emotionale Höhepunkt der Reise. Patin Susanne Großebner hat ihre Eindrücke so beschrieben:

"Die Patenkinder warteten in Reih und Glied auf uns. In den Händen hielten sie eine Rose und einen Zettel, auf dem ihr Name und der Name ihres Paten stand. Es war der berührendste Augenblick. Er bleibt uns für's ganze Leben in Erinnerung.  Als unser Patenkind Thu mich bei der Hand nahm, war ich zutiefst berührt und glücklich."

Bestimmt warten auch auf die Teilnehmer der Patenreise 2014 beglückende Augenblicke. Wir werden in den kommenden zwei Wochen hier im Blog und auf Facebook aus Vietnam berichten.